Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Großeltern ein Umgangsrecht mit ihren Enkelkindern erwirken können. Somit sind sie ebenfalls berechtigt, diese zu betreuen. Laut dem Urteil des EuGH schließt der Begriff des Umgangsrechts auch andere Personen als die Eltern ein, wenn das Kind persönlichen Kontakt zu ihnen hat. Dies gelte insbesondere für die Großeltern.

Bei getrennt lebenden Eltern regelt das Umgangsrecht, wer für die Betreuung von gemeinsamen Kindern zuständig ist. Wie der EuGH nun entschied, legen dabei grundsätzlich die Gerichte am Aufenthaltsort des Kindes fest, wer das Umgangsrecht erhält. Diese Maßnahme soll laut dem EuGH das Kindeswohl schützen und sich widersprechende Entscheidungen durch unterschiedliche Gerichte vermeiden.

Im konkreten Fall hatte die Bulgarin Neli Valcheva geklagt, deren 2002 geborener Enkel seit der Scheidung seiner Eltern in der griechischen Heimat des Vaters lebt. Sie möchte nun ein Umgangsrecht erhalten, um ihren Enkel an mindestens einem Wochenende im Monat zu sehen und ihn zweimal im Jahr in den Ferien für längere Zeit zu sich zu nehmen. Laut dem Urteil des EuGH müssen darüber nun die Gerichte in Griechenland entscheiden.