Die Lebenssituation von Kindern hängt weiterhin stark von der sozialen Herkunft ab. Darauf weist die Studie Datenreport 2018 – ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland hin. Demnach steigen die Chancen von Kindern auf hohe Bildungsabschlüsse, wenn die Eltern selbst einen hohen Bildungsstand haben. Nur knapp jeder zehnte Gymnasiast hat dagegen Eltern, die einen Hauptschul- oder gar keinen Schulabschluss haben.

Kinder aus Elternhäusern mit niedrigerem sozioökonomischem Status haben der Studie zufolge schlechtere Chancen, gesund aufzuwachsen. Insgesamt sind Kinder in Deutschland gesünder als früher. Wie gesund, hängt jedoch stark vom sozialen Status der Eltern ab. Etwa 30 Prozent der Mütter mit niedrigem sozioökonomischem Status rauchen der Studie zufolge während der Schwangerschaft. Bei Müttern mit hohem sozioökonomischem Status sind es nur 2 Prozent. Kinder und Jugendliche mit niedrigem sozioökonomischem Status haben öfter psychische Probleme oder sind verhaltensauffällig. Sie treiben auch seltener Sport, ernähren sich ungesünder und sind häufiger übergewichtig, ist das Ergebnis der Studie.

Wie gut es Kindern geht, hängt auch von der Schulform ab, die sie besuchen. Hauptschülerinnen und Hauptschüler bezeichnen die Schule besonders häufig als belastend. 43 Prozent sagten etwa, dass es in der Schule nur wenige Dinge gebe, die ihnen wirklich Spaß machten. Jeder vierte empfand die Anforderungen der Schule insgesamt als große Belastung. Kinder anderer Schulformen stimmten diesen Aussagen deutlich seltener zu.

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Kinder in Deutschland um 14 Prozent auf 13,4 Millionen gesunken. Mehr als ein Drittel von ihnen hat einen Migrationshintergrund. Diese Kinder sind deutlich häufiger von Armut bedroht. Trotz guter Wirtschaftslage sank der Anteil armutsgefährdeter Kinder zuletzt nicht, sondern blieb bei 15 Prozent. Am stärksten von Armut gefährdet sind Kinder mit alleinerziehenden Müttern oder Vätern.

"Armut bei Kindern bedeutet materielle Entbehrung. Armut und Armutsgefährdung führen aber auch zu sozialer Ausgrenzung, zu schlechterer Gesundheit, zu schlechteren Bildungschancen und zu insgesamt weniger Teilhabe an der Gesellschaft", sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, während der Vorstellung des Datenreports. Er verwies darauf, dass laut Datenerhebung, fast jeder sechste Minderjährige in Deutschland armutsgefährdet ist.

Der Datenreport wird herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und dem Sozio-oekonomischen Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.