Häusliche Gewalt - Alle zwei bis drei Tage bringt ein Mann seine Partnerin um Die neue Statistik zur Partnerschaftsgewalt zählt 11.788 Fälle schwerer Körperverletzung von Männern gegen ihre Partnerin. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. © Foto: Sean Gallup/Getty Images

Fast 140.000 Frauen und Männer sind im vergangenen Jahr von ihrem Partner oder Ex-Partner misshandelt, gestalkt oder bedroht worden. Das hat eine Erhebung des Bundeskriminalamts zur Partnerschaftsgewalt ergeben. 82 Prozent der Betroffenen, also knapp 114.000, sind Frauen.

Im Jahr davor seien es etwas weniger gewesen: 2016 sind 109.000 Frauen Opfer partnerschaftlicher Gewalt geworden. Die Steigerung im vergangenen Jahr erkläre sich vor allem dadurch, dass neue Kategorien in die Statistik aufgenommen worden seien, sagte Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) – etwa Freiheitsberaubung, Zwangsprostitution und Zuhälterei. 

Im vergangenen Jahr wurden einem Medienbericht zufolge 147 Frauen von ihrem aktuellen oder früheren Lebensgefährten getötet. Im Schnitt stirbt demnach alle zwei bis drei Tage eine Frau infolge einer Beziehungstat.

Giffey will deshalb Hilfseinrichtungen für Frauen fördern. Sie habe sich fest vorgenommen, die Anzahl der Frauenhäuser mithilfe von Bundesmitteln auszubauen, sagte sie im ZDF-Morgenmagazin. Ein Förderprogramm zum Ausbau der Strukturen in dem Bereich werde 2019 starten.

Zuwanderung ist nicht die Ursache für die hohe Opferzahl

Giffey sagte außerdem, es sei davon auszugehen, dass nur 20 Prozent der Betroffenen Hilfe suchten. Die Dunkelziffer sei enorm. Sie widersprach Behauptungen, die Zuwanderung sei ein entscheidender Faktor bei der partnerschaftlichen Gewalt: "Das Problem geht durch alle gesellschaftlichen Schichten." Der überwiegende Teil der Täter sei "biodeutsch" – laut Statistik knapp 68 Prozent.

Die Frauenministerin verwies auf das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen. Es ist kostenlos, zu jeder Zeit und in verschiedenen Sprachen unter 08000 116 016 zu erreichen. Auch männliche Opfer von partnerschaftlicher Gewalt, die zwar nur einen geringen Anteil ausmachten, könnten sich dort melden und würden weitervermittelt.