In deutschen Kitas ist viel passiert. Eltern haben seit 2013 das Recht auf einen Krippenplatz, sobald ihre Kinder ein Jahr alt sind. Entsprechend wurden mehr Plätze geschaffen. Mit dem Gute-Kita-Gesetz verteilt der Bund 5,5 Milliarden Euro an die Kitas, damit die Kinder nicht nur gefüttert und beim Spielen notdürftig betreut sind, sondern auch getröstet und gefördert werden.

Damit das gelingt, sollte eine Erzieherin Zeit für das einzelne Kind haben. Der Betreuungsschlüssel gilt als ein wichtiges Qualitätskriterium und es hat sich tatsächlich etwas getan: Von 2008 bis 2018 ist die Zahl des pädagogischen Personals in den Kitas um über 50 Prozent gestiegen und der Personalschlüssel hat sich im bundesweiten Schnitt ebenfalls verbessert. Das zeigt der aktuelle Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann-Stiftung, unter anderem auf Basis von Zahlen der statistischen Ämter. In den Krippen war eine in Vollzeit arbeitende Erzieherin 2013 noch für 4,6 Kinder zuständig, 2018 waren es 4,2. Bei den über Dreijährigen ist die Entwicklung deutlicher: Eine Erzieherin war 2013 für 9,6 Kinder zuständig, 2018 nur noch für 8,9.

Die Bertelsmann-Stiftung definiert für die Zukunft ein sehr ehrgeiziges Ziel für den Betreuungsschlüssel: Eine Erzieherin soll sich nur um drei unter Dreijährige kümmern. In der höheren Altersgruppe soll ein Erzieher 7,5 ältere Kinder ab drei Jahren beaufsichtigen. Der erreichte Betreuungsschlüssel ist also noch nicht ideal, aber doch inzwischen recht akzeptabel.

Im Süden betreuen Erzieher weniger Kinder als etwa in Mecklenburg-Vorpommern

Der bundesdeutsche Schnitt sagt aber nichts über die Wirklichkeit in den einzelnen Kindergärten aus. Noch immer gilt: Im Osten gibt es deutlich weniger Erzieherinnen pro Kind als im Westen, selbst wenn der Schlüssel sich verbessert. In manchen Ländern stagniert die Entwicklung allerdings, in Thüringen hat er sich sogar verschlechtert. Denn es gibt nicht nur mehr Personal, sondern auch deutlich mehr Kinder, die betreut werden. Vorbildlich ist Baden-Württemberg. Hier ist durchschnittlich eine Fachkraft für sieben Kindergartenkinder zuständig, in Mecklenburg-Vorpommern hingegen muss eine Erzieherin mehr als 13 Kinder betreuen. Für unter Dreijährige liegt der Schlüssel in Baden-Württemberg bei 1:3, in Sachsen bei eins zu über sechs.


Auch innerhalb der Länder gibt es teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Städten und Landkreisen. Das kann unterschiedliche Ursachen haben: Erzieher suchen sich die Kitas mit den attraktiven Konzepten und guten Bedingungen aus. Städte werben manchmal mit Zulagen Pädagogen aus ärmeren Kommunen ab.