Kinder, deren Eltern getrennt leben, haben ab dem kommenden Jahr Anspruch auf mehr Unterhalt. Wenn ab dem 1. Januar die neue Düsseldorfer Tabelle gilt, steigen vor allem die Bedarfssätze für Trennungskinder bis 17 Jahre an. Die Anhebung des Bedarfssatzes geht zurück auf eine Verordnung, die im September im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.

Der neue Mindestunterhalt für Kinder im Alter bis sechs Jahre steigt demnach um 15 Euro auf 369 Euro. Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben Anspruch auf mindestens 424 Euro statt bislang 406 Euro. Danach liegt der Mindestunterhalt bis zur Volljährigkeit bei 497 Euro – das ist ein Plus von 21 Euro. Die Angaben gelten für die geringste Einkommensklasse. Verdient der unterhaltspflichtige Elternteil mehr als 1.900 Euro netto im Monat, kann der Unterhaltssatz auch höher ausfallen.

Für volljährige Trennungskinder steigt der Unterhalt dagegen nur gering: von 527 auf 530 Euro in der niedrigsten Einkommensgruppe. Die Bedarfssätze volljähriger Kinder waren 2018 und 2019 völlig unverändert geblieben. Der Bedarfssatz von Studierenden, die nicht bei ihren Eltern wohnen, erhöht sich dagegen deutlich von 735 auf 860 Euro. Darin mit eingerechnet ist eine Pauschale von 375 Euro Warmmiete.

Bei der Berechnung des tatsächlichen Bedarfssatzes wird außerdem das Kindergeld mit angerechnet. Laut Gericht muss das Kindergeld bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang auf den Barunterhaltsbedarf angerechnet werden.

Betrag für Selbstbehalt wird angehoben

Erstmals seit 2015 ändert sich der sogenannte Selbstbehalt, der dem oder der Unterhaltspflichtigen zusteht. Der Selbstbehalt soll gewährleisten, dass die Unterhaltszahlenden noch genügend Geld für den eigenen Lebensunterhalt zur Verfügung haben. Nicht erwerbstätigen Elternteilen werden zukünftig 960 Euro (zuvor: 880 Euro) zugebilligt, bei Erwerbstätigen steigt der Wert von 1.080 auf 1.160 Euro. Liegen die Wohnkosten bei einer Warmmiete über 430 Euro, kann auch der Selbstbehalt erhöht werden.   

Die Düsseldorfer Tabelle dient seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Seit 1979 wird sie vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegeben. Sie wird bei Gesprächen des Deutschen Familiengerichtstages mit allen Oberlandesgerichten regelmäßig angepasst. Die nächste Änderung der Düsseldorfer Tabelle wird voraussichtlich zum 1. Januar 2021 erfolgen.