Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat die Befristung der Bundesförderung für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern gegen Kritik aus den Bundesländern verteidigt. "Es ist klar: Der Bund kann nur Starthilfe geben. Die Länder sind selbst in der Pflicht", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie werde das Thema aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter vorantreiben, "denn es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass der Erzieherberuf die Wertschätzung und finanzielle Anerkennung bekommt, die er verdient".

Giffey hatte 2018 rund 300 Millionen Euro Fördergeld vom Bund angekündigt – unter anderem für rund 5.000 Fachschüler, die sich zur Erzieherin oder zum Erzieher ausbilden lassen wollen. Mit dem Geld soll für die dreijährige Ausbildung eine Vergütung gezahlt werden. Dies ist bislang in der Regel nicht der Fall und schreckt junge Leute möglicherweise davon ab, den Beruf zu ergreifen. Die Länder Hessen und Bayern haben in den vergangenen Tagen kritisiert, dass der Bund die Förderung nach dem ersten Jahrgang auslaufen lässt.

Giffey rechtfertigte das Vorgehen als "Impuls" für die Bundesländer. Dieser habe auch funktioniert. "Dank unseres Programms gibt es nun in jedem Bundesland ein Angebot für die praxisintegrierte, vergütete Ausbildung ohne Schulgeld." Im Ausbildungsjahrgang 2019/2020 würden für die Zeit von drei Jahren 2.500 solcher Plätze gefördert. Mit dem Bundesprogramm erhielten auch besonders qualifizierte Kräfte über den sogenannten Aufstiegsbonus für ihre Arbeit ein höheres Gehalt.

Zusammen mit dem Gute-Kita-Gesetz sei die Wirkung noch deutlicher, sagte Giffey. Zahlreiche Länder hätten mit Mitteln aus diesem Gesetz eigene Maßnahmen zur Fachkräftesicherung gestartet.