Der 27-jährige Mann und die vier 17-jährigen jugendlichen Opfer warteten in der Nacht zum Samstag am Busbahnhof von Teuchern, als eine Gruppe von etwa 15 bis 20 Jugendlichen auf sie zukam. Die Täter sprühten ihnen zunächst Pfefferspray ins Gesicht. Anschließend schlugen sie, vermutlich mit Stöcken und Baseballschlägern, auf die wehrlosen Menschen ein.

Die Opfer erlitten Augenreizungen und Rückenverletzungen. Alle konnten am heutigen Sonntag nach ärztlicher Versorgung wieder nach Hause, müssen laut Polizei aber weiter ambulant behandelt werden.

Gegen die fünf Tatverdächtigen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren wird polizeilich ermittelt. Das Motiv für den Überfall ist noch ungeklärt. "Die mutmaßlichen Angreifer schweigen bisher zu den Tatvorwürfen", sagte Polizeisprecher Siegfried Koch. "Bisher können wir nur ein ausländerfeindliches Motiv ausschließen, weil alle Opfer Deutsche sind."

Nach bisherigen Ermittlungen kannten die Angreifer ihre Opfer nicht. "Wir gehen von einer völlig willkürlichen Auswahl der Opfer aus." Von den Tatwaffen fehle bisher jede Spur. "Wir konzentrieren uns derzeit darauf, weitere Tatverdächtige zu ermitteln."

Der Überfall reiht sich in eine Serie von ähnlichen Fällen der vergangenen Monate ein. In München hatte sich am 12. September am S-Bahnhof Solln der 50 Jahre alte Geschäftsmann Dominik Brunner schützend vor vier Jugendliche gestellt, die von Heranwachsenden bedroht wurden. Daraufhin war er von zwei Angreifern so brutal geschlagen und getreten worden, dass er starb.

Am 7. Oktober warfen drei junge Frauen in Frankfurt/Main einen 51-Jährigen aus einer U-Bahn und traten auf ihn ein, weil er einen Streit schlichten wollte. Der Mann wurde schwer verletzt. Am 6. Oktober griffen zwei jugendliche Schläger ein Pärchen in der Münchner U-Bahn an. Dabei wurde ein 21-jähriger Student verletzt. Am 3. Oktober wurde ebenfalls in Bayern ein Mann brutal zusammengeschlagen, der einen Streit zwischen Jugendlichen schlichten wollte.