Bildungspolitiker, Lehrer, Schulleiter und Elternvertreter atmen auf: Die Leistungen deutscher Schüler haben sich beim internationalen Pisa-Test verbessert. "Deutschland ist aufgestiegen – aufgestiegen von der zweiten in die erste Liga", fasste der Leiter des OECD-Centers Berlin, Heino von Meyer, die Ergebnisse zusammen. Allerdings schränkte er ein: "Von der Champions League ist Deutschland noch weit entfernt."

Auch aus Sicht von Bildungsministerin Annette Schavan gibt es noch viel zu erledigen. "Wir sind dem Ziel der Bildungsrepublik Deutschland ein größeres Stück nähergekommen", sagte die CDU-Politikerin und schlug einen Drei-Punkte-Aktionsplan vor. Die Programme zur Leseförderung müssten weiterentwickelt werden, Nötig seien auch Bildungsketten bis zum Berufsabschluss und lokale Bildungsbündnisse um Schulen herum.

Vor allem den Lehrern, so Schavan, sei die Verbesserung die Qualität des Bildungssystems zu verdanken. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen von der SPD ergänzte, die "hohe fachliche Qualifikation" der Lehrkräfte sei unumstritten. Natürlich müsse aber auch in Zukunft die didaktische Umsetzung verbessert werden. "Ich sehe keinen Grund, jetzt Lehrerschelte zu betreiben", fügte sie hinzu.

Cem Özdemir, Vorsitzender der Grünen, bezeichnete die Studie als "Ohrfeige" für all diejenigen, "die stur am dreigliedrigen Schulsystem festhalten." Denn Pisa zeige, dass die Leistungsunterschiede der Jugendlichen umso mehr von ihrem sozialen Hintergrund abhängen, je früher sie voneinander getrennt werden. "Dieses Ergebnis ist ein deutlicher Fingerzeig an die unionsgeführten Länder, Qualität und Struktur nicht weiter gegeneinander auszuspielen, sondern besseren Unterricht mit längerem gemeinsamem Lernen zu verzahnen."