Die Abiturprüfungen in den Bundesländern sollen vergleichbarer werden. Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder beschloss in Berlin unter anderem, einen bundesweiten Pool für Prüfungsaufgaben aufzubauen. Dieser Aufgabenpool ermögliche bundesweit gleiche Anforderungen in den Abiturprüfungen, erklärte der amtierende KMK-Vorsitzende, Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe ( SPD ).

In einem ersten Schritt sollen laut KMK bereits im Herbst dieses Jahres gemeinsame Bildungsstandards in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch verabschiedet werden. Ab 2013 sollen auch Standards für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Physik und Chemie entwickelt werden.

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) soll auf dieser Grundlage Beispielaufgaben für die Abiturprüfungen erarbeiten. Dabei soll das Institut auch darlegen, welche Erwartungen damit verbunden sind und wie die Ergebnisse bewertet werden sollten. Auch die Länder sollen in den kommenden Jahren Prüfungsaufgaben zur Verfügung stellen. Daraus entsteht schließlich ein gemeinsamer Aufgabenpool, der für einen Einsatz im Abitur 2016/2017 bereitstehen soll. In diesem Jahrgang würden die ersten Schüler auf Grundlage der neuen Bildungsstandards das Abitur machen.

Rabe nannte den Beschluss einen Durchbruch auf dem Weg zu einem gleichschweren Abitur in ganz Deutschland. Andere Kultusminister äußerten sich hingegen verhalten und sprachen von einer erneuten Bestätigung des bereits vor zweieinhalb Jahren eingeschlagenen Kurses hin zu bundeseinheitlichen Bildungsstandards auch für die gymnasiale Oberstufe. Rabe sagte weiter, die Länder hätten nie ein zentrales nationales Abitur angestrebt. Dies sei allein schon wegen der von der Wirtschaft verlangten unterschiedlichen Ferienregelungen in den Bundesländern nicht möglich.