Hier studiert Zamal. Sie ist 17 und wird in einem Jahr Absolventin sein. Dann möchte sie Journalistin werden. Zamal sagt, was man oft von jungen Menschen in Kasachstan hört: "Ich möchte im Ausland studieren und dann zurückkommen, um meinem Land zu helfen. Wir sind ein junges Land, hier muss sich alles noch entwickeln. Natürlich ist der Standard an den Universitäten im Westen höher als bei uns." 

Zauresch Schutova kann das auch für die Schulen bestätigen. Sie ist die Leiterin der Friedrich Ebert Stiftung in Astana und sagt: "Das Bildungssystem in Kasachstan ist schlecht." Sie selbst hat ihre Tochter von fünf Privatlehrern unterrichten lassen. "Hier geht es nur noch darum, den Abschlusstest zu bestehen, um kostenlos studieren zu können." Das Problem sei die schlechte Ausbildung der Lehrer, sagt Schutova, das quasi nicht vorhandene Ansehen des Lehrerberufs und natürlich die Bezahlung. Lehrkräfte verdienen in Kasachstan 350 Euro im Monat.

Was außerdem fehlt, ist die Bereitschaft der Schüler, die Ausbildung zu machen, die gebraucht wird. Aktuell werden etwa 30.000 Fachkräfte für die Förderung gesucht. Deswegen bildet die Gas- und Ölwirtschaft ihre Mitarbeiter in Zukunft selbst aus. Die Firma Kasipkor baut dafür Öl- und Gas-Trainingscenter in ganz Kasachstan. "Wir werden das Bildungssystem in Kasachstan revolutionieren", sagt Ainura Mukanova, sie ist die Pressesprecherin der Holding, die Präsident Nazarbayev 2011 initiiert hat.

Kasipkor will Fortbildungen und Bildungsreisen für die Lehrer anbieten, Sprachtrainings und Praktika. Offenbar hat man hier verstanden, wie wichtig die Qualifikation und Motivation der Lehrer ist. Ein Lehrer wird dort im Monat immerhin 600 Euro verdienen.