Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat die Einführung eines muslimischen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen gefordert. So könne antisemitischen Tönen unter muslimischen Jugendlichen vorgebeugt werden, sagte Schuster am Mittwochabend im Münchner Presseclub.

Nach wie vor gibt es in Deutschland keinen islamischen Religionsunterricht nach Art. 7 Abs. 3 GG (mit Ausnahme des alevitischen Religionsunterrichts in einzelnen Bundesländern). In den Ländern Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein existieren jedoch Modellversuche. 

Im kommenden Schuljahr führt das Saarland als neuntes Bundesland versuchsweise islamischen Religionsunterricht ein. Er beginne an einigen Grundschulen mit hohem Anteil muslimischer Schüler, hatten die Minister für Bildung und Familie, Ulrich Commerçon (SPD) und Monika Bachmann (CDU), am Dienstag mitgeteilt.