Im Südsudan ist der Anteil der Mädchen ohne Schulbildung größer als in allen anderen Ländern der Welt: 74 Prozent der Mädchen zwischen sechs und elf Jahren sind davon betroffen, wie aus einer Untersuchung der Entwicklungsorganisation One hervorgeht. Demnach besuchen weltweit 130 Millionen Mädchen keine Schule.

Die Studie mit dem Titel Wo es für Mädchen am schwersten ist, in die Schule zu gehen listet zehn Länder auf, in denen Mädchen bei der Bildung besonders benachteiligt werden. Neun dieser Länder befinden sich in Afrika. Darunter sind neben dem Südsudan unter anderem die Zentralafrikanische Republik, der Niger und Tschad. In Mali hat nur gut jedes dritte Mädchen einen Grundschulabschluss. Außerdem ist Afghanistan auf der Liste.

Armut ist nur ein Faktor

In all diesen Ländern haben es der Studie zufolge sowohl Mädchen als auch Jungen schwer, eine gute Bildung zu bekommen; die Situation für Mädchen ist jedoch durchgängig besonders schwer. Wie hoch der Anteil von Mädchen ist, die zur Schule gehen, hängt demnach nicht nur davon ab, wie arm ein Land ist. Ein weiterer Grund seien schlechte staatliche Rahmenbedingungen. So gibt etwa die Regierung des Südsudans nur 2,6 Prozent des Haushalts für Bildung aus.

Darüber hinaus gibt es jedoch auch Länder, die mehr Geld für Bildung ausgeben und in denen viele Mädchen dennoch nicht zur Schule gehen. Dazu zählt Äthiopien, das mehr als 20 Prozent seiner staatlichen Einnahmen in Bildung investiert. Der Grund: In Äthiopien heiraten zwei von fünf Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr. Fast jedes Fünfte heiratet bereits, bevor es 15 Jahre alt wird.