Bis zu 13,7 Prozent des Unterrichts fällt an einer Grundschule im Osten Berlins aus. Das haben Daten der Senatsbildungsverwaltung ergeben, die der RBB ausgewertet hat: Berliner Grundschulen sind demnach vom Unterrichtsausfall in der Stadt besonders betroffen, Sekundarschulen und Gymnasien vergleichsweise weniger. Insgesamt fielen den Zahlen zufolge im vergangenen Schuljahr im Schnitt zwei Prozent des Unterrichts aus. Zwischen den einzelnen Schulen waren große Unterschiede festzustellen: Von den 20 Schulen, die beim Unterrichtsausfall an der Spitze stehen, sind 13 Grundschulen.

Ein Grund ist nach Angaben befragter Schulleitungen, dass es an den meist kleineren Grundschulen stärker ins Gewicht fällt, wenn mehrere Lehrer oder Lehrerinnen wegen Krankheit, Kur oder Mutterschutz fehlen. Hier liegt der Anteil bei 60 Prozent.

Mit dem Durchschnittswert von zwei Prozent steht Berlin aber im Bundesvergleich gut da. Eine Auswertung der Angaben von Lesern durch ZEIT ONLINE hatte 2017 ergeben, dass die Angaben der Bildungsverwaltungen mit der Realität meist nichts zu tun haben. Tatsächlich fallen mehr als fünf Prozent des Unterrichtes aus, ergab die Befragung von 1.800 Lehrern, 1.100 Eltern und 750 Gymnasiasten über 16 Jahre. Berücksichtigt wurde in der Auswertung und Beurteilung der Lage auch, dass ein Teil des Ausfalls durch Vertretungsstunden kompensiert wird. Der ersatzlos ausgefallenen Unterrichtsanteil ist dennoch hoch: Nordrhein-Westfalen lag in der Auswertung mit acht Prozent an der Spitze, gefolgt von Niedersachsen und Hessen. Selbst Bayern kam noch auf fünf Prozent.

Und hinzu kam, dass auch soziale Unterschiede eine Rolle spielen: Dort, wo mehr Wohlhabende leben, melden Eltern mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 5.000 Euro nur 2,8 Prozent Unterrichtsausfall. Familien aus ärmeren Regionen mit einem Nettohaushaltseinkommen von weniger als 3.000 Euro müssen mit viel mehr Fehlzeiten für ihre Kinder rechnen: mit skandalösen 11,8 Prozent.