Angestellte Lehrerinnen und Lehrer verdienen in Nordrhein-Westfalen bis zu 275.000 Euro weniger in ihrer Gesamtlaufbahn, als ihre verbeamteten Kolleginnen und Kollegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Auftrag der Schutzgemeinschaft angestellter Lehrerinnen und Lehrer (Schall NRW) durchgeführt wurde.

Die Hauptursache für die Unterschiede sei die starke Belastung der angestellten Beschäftigten für die Alterssicherung und in den anderen Bereichen der sozialen Sicherung. Die Schutzgemeinschaft Schall spricht angesichts dieser Ergebnisse von einer "Zweiklassengesellschaft im Lehrerzimmer" und fordert Ausgleichszahlungen für Angestellte. Diese müssten rund 1.000 Euro brutto mehr verdienen.

Die Einkommensunterschiede führten zu einer Unzufriedenheit im Beruf. Und letztlich dazu, dass sich Lehramtsabsolventinnen und -absolventen nach der Ausbildung für andere, lukrativere Berufe entschieden.

Beamtenregelungen variieren je nach Bundesland

In NRW arbeiten 160.000 verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer und 40.000 angestellte. Die Universität Bayreuth hat der Studie drei Familienszenarien zugrunde gelegt, ledig ohne Kinder, verheiratet ohne Kinder und verheiratet mit zwei Kindern. Die Ergebnisse beziehen sich auf diese drei Szenarien und außerdem auf die Annahme, dass die Entscheidung für oder gegen eine Verbeamtung mit 42 Jahren getroffen wird. Häufig passiert das allerdings bereits früher, dann dürften die Unterschiede noch größer ausfallen.

Die Beamtenregelungen variieren je nach Bundesland. Berlin verbeamtet Lehrerinnen und Lehrer gar nicht mehr, Sachsen zurzeit auch nicht, plant aber, ab 2019 wieder Lehrerinnen und Lehrer zu verbeamten. Auch die Gehälter sind in jedem Bundesland unterschiedlich hoch, NRW bezahlt seine Lehrerinnen und Lehrer überdurchschnittlich.