Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sehen Nachholbedarf an ihren Schulen: Vor allem bei der digitalen Ausstattung und dem Zustand der Schulgebäude fordern laut einer Studie viele Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) deutliche Verbesserungen. 59 Prozent halten größere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an ihrer Schule für dringend notwendig. 82 Prozent der Befragten finden es wichtig, dass die Schulen digital gut ausgestattet sind.

Am wichtigsten sind den Lehrkräften die Wartung und Betreuung der digitalen Ausstattung (94 Prozent), die Bereitstellung von Hardware für die Lehrkräfte (90 Prozent) und für die Lernenden (84 Prozent) sowie eine umfassende Fortbildung (85 Prozent). Eine hohe Bedeutung messen die Pädagogen auch dem WLAN bei. "Die Lehrerinnen und Lehrer setzen darauf, dass der Staat bei der Digitalisierung den Hut aufbehält und nicht den großen Medienkonzernen Tür und Tor öffnet", sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Auch der Datenschutz sei für die Befragten nicht verhandelbar.

An diesem Freitag berät der Bundestag darüber, das Grundgesetz zu ändern, damit der Bund den Ländern bei der Bildungsfinanzierung helfen kann. Dann will die Bundesregierung die Digitalisierung von Schulen in den nächsten fünf Jahren mit fünf Milliarden Euro unterstützen, dies ist der sogenannte Digitalpakt. "Die Regierung ist dringend gefordert, jetzt die Mittel zur Verfügung zu stellen", sagte GEW-Chefin Tepe. Der Sanierungsstau sei ein "Armutszeugnis" für Deutschland. Bund und Länder müssten dringend gemeinsam die Missstände bekämpfen.