An fast allen chinesischen Schulen gehören Schuluniformen zum Alltag. In mehr als zehn Einrichtungen im Süden des Landes werde dies mittlerweile zur Überwachung der Schülerinnen und Schüler genutzt, berichtete die chinesische Zeitung Global Times. Dafür seien die Uniformen digital mit den Kontrollinstrumenten der Schulen vernetzt.

Dem Bericht zufolge funktioniert dies über zwei eingenähte Chips. Diese erfassen permanent den genauen Standort eines Schülers – und wissen somit auch, wann die Person die Schule betritt oder verlässt. Diese Daten würden automatisch an die Eltern und Lehrer gesendet, sagte Schulleiter Lin Zongwu, an dessen Schule die Uniformen zum Einsatz kommen. Und blieben die Schülerinnen dem Unterricht fern, werde automatisch ein Alarmsignal ausgelöst.

Um einen Missbrauch durch die Schülerinnen und Schüler zu verhindern, sind die Uniformen der Global Times zufolge außerdem mit den Überwachungskameras der Schule gekoppelt. Jede Uniform sei mit dem Gesicht des Besitzers verknüpft und erkenne sofort, wenn Schüler untereinander die Jacken tauschten. Auch in diesem Falle gebe es ein Alarmsignal.

Kritiker bemängeln die permanente Überwachung der Schüler – auch außerhalb der Schulzeiten. Doch Schulleiter Lin weist die Vorwürfe zurück. Nach dem Unterricht werde der Aufenthaltsort der Schülerinnen nicht mehr verfolgt, sagte er. "Aber wenn eine Person fehlt oder den Unterricht schwänzt, kann sie über die Uniform gefunden werden." Seit 2016 nutze seine Schule bereits die intelligenten Uniformen – seitdem habe sich die Anwesenheitsquote der Schüler bereits deutlich verbessert.