Bundesweit ist der Anteil der Einserabiturienten in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Hatte 2008 noch jeder fünfte Schulabsolvent einen Notenschnitt von 1,9 oder besser, war es 2018 mehr als jeder vierte, wie eine Umfrage der Rheinischen Post in allen 16 Bundesländern zeigt.

Demnach ist der Anteil der Einserabiturienten in allen Bundesländern außer in Baden-Württemberg gestiegen. Den höchsten Anteil verzeichnete Thüringen, wo 37,9 Prozent der Abiturienten 2018 eine Eins vor dem Komma stehen hatten, 2008 waren es noch 30,5 Prozent. Darauf folgt Sachsen mit 34,6 Prozent (2008: 22,4) und Bayern mit 31,5 Prozent (2008: 24,0). Am niedrigsten war die Quote in Schleswig-Holstein, wo im Jahr 2017 17,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein Einserabitur machten (2008: 14,9).

Für den Deutschen Hochschulverband (DHV) sind das keine guten Nachrichten. "Wir sehen es mit Sorge, dass die Abiturnoten besser werden", sagt DHV-Sprecher Matthias Jaroch. Der "Noteninflation" müsse Einhalt geboten werden: "Qualität muss Vorrang vor Quantität haben." Denn trotz der besseren Noten fehlten den Studienanfängern häufig wichtige Grundkenntnisse, etwa in der Mathematik.

Die Schulexpertin der Lehrergewerkschaft GEW Ilka Hoffmann sieht dagegen keinen Qualitätsverlust, sondern glaubt, "dass die Jugendlichen heute zielstrebiger sind".