Die aktuelle Icils-Studie (International Computer and Information Literacy) zeigt: Nur weil Jugendliche digitale Geräte besitzen, können sie nicht unbedingt kompetent Informationen im Internet recherchieren oder mit Computerprogrammen wie Textverarbeitung, Präsentationen oder Bildbearbeitung umgehen. 25 Prozent der sogenannten Digital Natives aus den  Teilnehmerländern der Studie erreichen nur das niedrigste Niveau der geforderten digitalen Kompetenzen. Und lediglich zwei Prozent das höchste.

Die Kompetenzen der getesteten deutschen Achtklässlerinnen und Achtklässler liegen wie schon in der ersten Icils-Studie von 2013 im Mittelfeld. Sie haben sich nicht verbessert, obwohl digitale Bildung seither einen größeren Stellenwert bekommen hat. Eines der besten Länder in der Icils-Studie ist neben Südkorea Dänemark. Dänische Jugendliche haben sich 2018 im Vergleich zu 2013 noch gesteigert, obwohl sie damals schon gut abgeschnitten haben.

Die Fähigkeiten der deutschen Schülerinnen und Schüler gehen weit auseinander: Gut 33 Prozent der Jugendlichen haben nur rudimentäre oder basale computer- und informationsbezogene Kompetenzen. Das heißt zum Beispiel, sie können im Internet vielleicht etwas suchen, aber nicht bewerten, was sie finden, und auch selbst keine fundierten Inhalte erstellen. Die höchste Kompetenzstufe erreichen hingegen nur 1,9 Prozent der deutschen Achtklässlerinnen.

Sozial benachteiligte Jugendliche schneiden schlechter ab

Wie in anderen Bildungsstudien zeigt sich, dass Jugendliche, die aus sozial benachteiligten Familien stammen, deutlich schlechter abschneiden als die mit einem sogenannten hohen kulturellen Kapital. Im internationalen Vergleich ist diese Leistungsdifferenz in Deutschland besonders groß. Nur Uruguay, Kasachstan und Luxemburg sind schlechter. Gymnasiastinnen scheiden im Schnitt ebenfalls besser ab als Schülerinnen, die andere Schulformen besuchen.

Erstmals wurden Schülerinnen und Schüler in der Icils-Studie auf ihr "Computational Thinking" getestet. Dabei geht es darum, ob die Jugendlichen verstehen, wie Algorithmen funktionieren, und damit arbeiten können. Es wurde getestet, ob sie Probleme in ihre Einzelteile herunterbrechen können und nach Anleitung etwas programmieren können. Hierbei schneiden die deutschen Schülerinnen und Schüler sogar etwas schlechter ab als der Durchschnitt.

Die Schulen können das kaum auffangen. Die Iclis-Studie hat auch Schüler, Schulleitungen und Lehrer nach der Ausstattung in den Schulen und Fortbildungen befragt. Zwar hat sich die Haltung seit der ersten Studie geändert. Über die Hälfte der Schulleiter hält digitale Bildung für wichtig, die Mehrheit wünscht sich eine bessere Ausstattung.