Die Bundesregierung treibt den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler voran. Dazu beschloss das Kabinett den Aufbau eines Sondervermögens in Höhe von zwei Milliarden Euro, mit dem der Bund die eigentlich zuständigen Länder beim Ausbau der Betreuungsangebote unterstützen will.

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass es ab 2025 einen Rechtsanspruch für eine Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter geben soll. Auch aktuell haben Eltern bereits Anspruch auf einen Betreuungsplatz – allerdings nur für Kinder ab dem ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt.

Nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) müssen bis zu einer Million zusätzliche Ganztagsplätze an den rund 15.000 Grundschulen in Deutschland geschaffen werden. Wann dies passiert und der Rechtsanspruch endgültig festgeschrieben ist, ist allerdings noch unklar. Die Bundesregierung muss zunächst weitere gesetzliche Regelungen auf den Weg bringen.

Zuletzt waren 733.000 Kinder in Deutschland eingeschult worden – der überwiegende Teil in Grundschulen (93,3 Prozent), weitaus weniger an Förderschulen (3,2 Prozent), Integrierten Gesamtschulen (2,5 Prozent) und Freien Waldorfschulen (1,0 Prozent). "Damit setzt sich der seit dem Schuljahr 2016/2017 zu beobachtende Anstieg der Zahl der Einschulungen fort", teilte das Statistische Bundesamt hierzu mit.