Nachdem Bayern die Ferienzeiten nicht neu ordnen will, befürchtet Hamburg das Ende der Absprachen zwischen den Bundesländern. "Dieser Schuss aus Bayern wird nach hinten losgehen: Jetzt wird jedes Land genau wie Bayern die Sommerferien im Alleingang festlegen", sagte Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) der Süddeutschen Zeitung und fügte hinzu: "Viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen."

Rabe reagierte auf Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). "Das bayerische Abitur bleibt bayerisch, übrigens genauso, wie die Ferienzeiten bleiben, wir wollen auch die nicht angleichen", hatte Söder am Sonntag gesagt. Damit sprach er sich nicht nur gegen den geplanten Nationalen Bildungsrat aus, sondern auch gegen eine Neuordnung des komplexen Ferienkalenders in Deutschland, worum sich Hamburg und andere Bundesländer derzeit bemühen.

Um Staus auf den Autobahnen zu begrenzen und den Hotels eine gleichmäßige Auslastung zu verschaffen, haben sich die Bundesländer auf ein sogenanntes rollierendes System bei den Ferien verständigt. Es teilt die Länder in Gruppen ein, die nacheinander in die Sommerferien starten und sich mit frühem und späterem Ferienbeginn abwechseln. Nur Bayern und Baden-Württemberg beteiligen sich bisher nicht an diesem Wechsel, für sie ist der letzte Sommerferientermin reserviert. So beginnen im kommenden Jahr die Sommerferien in Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise bereits am 22. Juni und enden am 1. August, in Baden-Württemberg starten sie am 27. Juli und enden am 12. September.

Allerdings stehen die Ferientermine nach dieser Aufteilung nur bis 2024 fest. Seit Oktober verhandeln die Bundesländer über die Jahre 2025 bis 2030. Neben Hamburg hatten auch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angekündigt, sie wollten sich für eine Neuordnung einsetzen.

Berlin und Hamburg wollten außerdem die freien Tage zeitlich weniger strecken. Die Sommerferien sollten demnach generell erst ab 1. Juli und nicht schon im Juni beginnen. Die Termine der Länder sollen enger beieinander liegen, damit die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen. Denn aufgrund von Sprüngen von einem späten auf einen frühen Ferientermin gebe es Verkürzung von Schuljahren. Das führe zu Problemen, etwa für die Abiturprüfungen.