Der Deutsche Lehrerverband hat kritisiert, dass Quereinsteiger, die als Lehrer an Grundschulen eingesetzt werden, nicht ausreichend qualifiziert seien. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger bezeichnete das im Interview mit der Zeitung Die Welt als "Verbrechen an den Kindern". Er sprach von einem "völligen Versagen" der Bundesländer in dieser Frage.

Uni-Absolventen, "die noch nie etwas von Pädagogik und Didaktik gehört haben", innerhalb von zwei Wochen per Crashkurs zur Grundschullehrkraft auszubilden, "ist doch absurd", sagte Meidinger. Dies zeige, wie gering die Politik die notwendige Berufsprofessionalität von Lehrern schätze. Vielerorts würden Quereinsteiger ohne qualitätssichernde Vorgaben auf die Schüler losgelassen. "Dazu kommt, dass es für die Quereinsteiger keine ausreichende Zahl von Ausbildungslehrern gibt", kritisierte Meidinger.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU), entgegnete, dass einige Länder auf mittlere Sicht nicht ohne Quereinsteiger auskommen könnten, um den Lehrermangel zu bewältigen.

Die Länder seien sich bewusst, dass die Quereinsteiger "auch entsprechend qualifiziert werden müssen", sagte Lorz der Welt. Im kommenden Jahr würden daher alle Länder ihre Bemühungen weiter verstärken, diese Kräfte gezielt fortzubilden und zu qualifizieren. Der CDU-Politiker beharrte jedoch auf der Ansicht, "dass jede gegebene Unterrichtsstunde besser ist als eine ausgefallene".