Deutschlands Schwimmbäder sind laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in einem schlechten Zustand. Eine von der Organisation gestartete Petition, die einen bundesweiten Masterplan zur Rettung der Badeanstalten fordert, beschäftigt an diesem Montag den Petitionsausschuss im Bundestag. "Schwimmbäder machen dicht oder werden abgerissen" sagte DLRG-Sprecher Achim Wiese. Die, die noch stehen, seien häufig sanierungsbedürftig.

Es sei eine der zentralen menschlichen Kulturfähigkeiten, das Schwimmen zu erlernen, heißt es in der Petition. Rund ein Viertel der Grundschulen könnten aber keinen Schwimmunterricht mehr anbieten, sagte Wiese. Auch deshalb gebe es immer mehr Kinder, die nicht schwimmen könnten. Aus einer von der DLRG in Auftrag gegebenen Umfrage von 2017 ging hervor, dass mehr als jeder zweite Zehnjährige (60 Prozent) kein sicherer Schwimmer sei. In den ersten acht Monaten des Jahres 2018 sind laut DLRG etwa 445 Menschen in Deutschland ertrunken.

Die Kosten zur Behebung des Sanierungsstaus veranschlagte der Sprecher mit 4,5 Milliarden Euro. "Die Kommunen sollen und dürfen mit den Problemen nicht allein gelassen werden", hieß es. Insgesamt braucht es laut Petitionstext 14 Milliarden Euro, die je zur Hälfte vom Bund und den Ländern getragen werden sollen.

Fast 120.000 Unterstützer haben die Petition unterschrieben. Ob sie in den Bundestag geht, entscheidet der Ausschuss nach eigenen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt.