Der Jugendliche war am Donnerstagmorgen um 8.45 Uhr in der mittelfränkischen Stadt in sein Gymnasium gestürmt und hatte in einem Klassenzimmer zwei Molotowcocktails auf seine Mitschüler geworfen. Acht Schüler wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Zuvor war von zehn Verletzten die Rede gewesen.

Ein beherzter Schüler hatte nach der Attacke auf ihre Klassenkameraden sofort die Polizei alarmiert und begonnen, das ausgebrochene Feuer zu löschen. Zwei weitere Schüler waren ins Direktorat der Schule gerannt, um die Schulleitung zu informieren. Die sofort alarmierte Polizei rückte mit einem Großaufgebot an. Polizisten umstellten das Gymnasium.

Eine Klasse verbarrikadierte sich in ihrem Zimmer. Nachdem sie Schreie gehört und Rauch bemerkt hätten, habe ihre Lehrerin nach einem kurzen Blick aus dem Klassenzimmer sofort die Tür verschlossen und Tische und Stühle vor davorgeschoben, schilderte eine Schülerin die Situation einem Ansbacher Lokalsender.

Der aus der Stadt stammende Attentäter soll auch eine Axt und zwei Messer dabeigehabt haben, mit der er sich Zugang zur Schule verschaffte. Die Einsatzkräfte überwältigten ihn zehn Minuten nach dem Anschlag. Der 18-Jährige, der die 13. Klasse des 1528 gegründeten Carolinum-Gymnasiums besuchte, kam in eine Klinik.

Die Schüler helfen sich gegenseitig vorbildlich
Oberbürgermeisterin Carda Seidel

Obwohl nicht von einem weiteren Täter ausgegangen wurde, durchsuchten Beamte die Schule, nachdem sie sie geräumt hatten. Die Ermittler versuchen nun herauszufinden, was den Täter getrieben haben könnte. Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes.

Die Opfer stammen laut Polizei aus der achten Jahrgangsstufe. Unter den Schwerverletzten ist auch der Täter, den Polizisten am Bein anschossen, wie ein Feuerwehrmann im Bayerischen Rundfunk sagte.

An Brandschutzübung geglaubt

Lehrer und weitere Helfer brachten die Verletzten nach der Tat zunächst in die Turnhalle der Schule, auch die nahegelegene Arbeitsagentur öffnete ihre Räume für Schüler und stoppte den Besucherverkehr. Seelsorger und Psychologen betreuten auch die übrigen Kinder und Jugendlichen. "Die Schüler helfen sich gegenseitig vorbildlich", sagte Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos).