"Mein Vater hat immer selbstbestimmt gelebt und in den letzten Stunden deutlich gezeigt, dass es jetzt gut und der richtige Zeitpunkt gekommen ist." Das sagte Sabine Zimmermann zu den letzten Momenten ihres Vater Eduard Zimmermann. Kurz zuvor war er im Alter von 80 Jahren gestorben. Die Beerdigung soll im engsten Familienkreis stattfinden.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Zimmermann, der auch lange durch das Magazin "Vorsicht Falle" geführt hatte, am 10. Mai 2007 bei einem Fest anlässlich der 400. Ausgabe seines Kriminalmagazins "Aktenzeichen XY... ungelöst". ZDF-Intendant Markus Schächter würdigte ihn als einen "Pionier des Realitätsfernsehens" in Deutschland: "Zimmermann hat die Möglichkeiten des Fernsehens für die Verbrechensbekämpfung früh erkannt und konsequent eingesetzt", sagte Schächter. "Dabei hat er seine Werteorientierung zum Maßstab seiner Arbeit gemacht. Er suchte stets nach der Wahrheit, war ein Verfechter der umsichtigen und sorgfältigen Recherche. Dabei ging es ihm nicht allein um die Bekämpfung der Kriminalität."

Schächter sagte, dass Zimmermann dazu beigetragen habe, die Opfer von Verbrechen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Seit Mitte der siebziger Jahre setzte Zimmermann seine Popularität ein, um mit dem von ihm gegründeten Weißen Ring Verbrechensopfern zu helfen. Auch Zimmermann selbst hatte das als Ziel seiner Arbeit gesehen. "Ich werte es als großen Erfolg, dass sich heute wesentlich mehr um Verbrechensopfer gekümmert wird", sagte Zimmermann zu seinem 70. Geburtstag. Für diesen Einsatz hatte er zahlreiche Preise und Auszeichnungen vom Bundesverdienstkreuz I. Klasse über den Bayerischen Verdienstorden und die Goldene Kamera bis zum Adolf-Grimme-Preis erhalten.

Ein Millionen-Publikum saß vor den Bildschirmen, wenn er mit den Worten "Guten Abend, verehrte Zuschauer!", die Fernseh-Fahndung eröffnete, die sich auch in die Schweiz und Österreich erstreckte. Als Zimmermann 1997 die Moderation abgab, übernahm der Hamburger Anwalt Butz Peters die Sendung, 2002 folgte Sportreporter Rudi Cerne. Bis Januar 2009 wurden knapp 3900 Fälle behandelt und mehr als 1600 aufgeklärt – eine Erfolgsquote von mehr als 40 Prozent.

Seine Journalistenkarriere begann der gebürtige Münchner in den Nachkriegsjahren in Schweden. Bei einer Recherche-Reise wurde er 1949 in der Sowjetzone verhaftet und wegen Spionage zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Bautzen verurteilt. Seine vorzeitige Entlassung aus der Haft 1954 habe er als "zweiten Geburtstag" gefeiert, sagte er später. Zimmermann ging anschließend nach Hamburg und arbeitete für den NDR und das ZDF. 1967 startete er mit "XY".

Das ZDF erinnert in einem Nachruf, der am Sonntagabend um 23.30 Uhr ausgestrahlt wird, an das Leben und die Leistungen von Eduard Zimmermann.