Die diesjährigen Alternativen Nobelpreise werden für Leistungen beim Klimaschutz, bei der Bekämpfung von armutsbedingter Krankheit sowie für Bemühungen zu einer atomwaffenfreien Welt vergeben. Die Stockholmer Stiftung "Right Livelihood Award" ("Preis für richtige Lebensführung") sieht die Preise als einen "Weckruf, unsere gemeinsame Zukunft zu sichern". Vier Aktivisten werden ausgezeichnet:

René Ngongo aus der Demokratischen Republik Kongo erhält den Preis für seinen Einsatz gegen die Zerstörung der kongolesischen Regenwälder und für seine Bemühungen, so schreibt die Stiftung, "politische Unterstützung für deren Bewahrung und nachhaltige Nutzung zu schaffen". "Dies ist ein Mann, der unter unglaublicher Gefahr für sein Leben für den zweitwichtigsten Regenwald der Welt kämpft", sagte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll. Ngongo habe auch in den schlimmsten Kriegswirren in seinem Land genau dokumentiert, wer für Zerstörungen verantwortlich sei. 

Ebenfalls geehrt wird der neuseeländische Pädagoge Alyn Ware, und zwar für seinen Einsatz für eine von Atomwaffen freie Welt. Ware hat über 25 Jahre in seiner Heimat und im Rahmen der Vereinten Nationen Erziehungsprogramme und Kampagnen zur nuklearen Abrüstung entwickelt. "Wir hoffen, dass sich auf diesem Gebiet mit der Politik von US-Präsident Barack Obama neue Fenster öffnen", sagte von Uexküll.

Die in Australien geborene Ärztin Catherine Hamlin erhält ebenfalls den Preis. Die 85-jährige Gynäkologin hat in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba seit fünfzig Jahren an Geburtsfisteln leidende Frauen behandelt und dafür neue Operationstechniken entwickelt. Damit habe Hamlin "die Gesundheit, Hoffnung und Würde von Tausenden ärmster afrikanischer Frauen wiederhergestellt", hieß es in der Begründung. Geburtsfisteln entstehen bei sehr langen Wehen und führen zu Inkontinenz und damit zu gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Den nicht dotierten Ehrenpreis erhält der kanadische Zoologe und Fernseh-Journalist David Suzuki. Der 73-Jährige leitet das in Kanada populäre Wissenschaftsmagazin The Nature of Things. Die Stockholmer Stiftung hob seinen Einsatz "für die soziale Verantwortung der Wissenschaft" heraus sowie seine bald 20-jährige Aufklärungsarbeit über die Gefahren des Klimawandels.

Den Alternativen Nobelpreis stiftet seit 1980 der deutsch-schwedische Publizist und Philatelist Jakob von Uexküll. Die Auszeichnung gilt auch als ausdrückliche Kritik an den insgesamt sechs traditionellen Nobelpreisen, die bis Anfang dieser Woche ganz überwiegend an Preisträger aus der reichen westlichen Welt verliehen wurden. Der Award soll besondere Leistungen beim friedlichen Ausgleich sozialer Spannungen, für den Erhalt der Umwelt und die Verteidigung der Menschenrechte belohnen.

Im vergangenen Jahr ging der Preis nach Deutschland. Ausgezeichnet wurde die Kölner Gynäkologin Monika Hauser, die sich für Frauen in Kriegsgebieten einsetzt.