Nach Zahlung einer Millionenkaution hat Roman Polanski das Gefängnis verlassen. Seit Freitag lebt der Starregisseur mit einer elektronischen Fußfessel unter Hausarrest in seinem Chalet im Schweizer Nobel-Ferienort Gstaad. Der 76-Jährige saß 70 Tage in Zürich in Auslieferungshaft. Er soll sich in den USA wegen eines 32 Jahre zurückliegenden Sexualdeliktes verantworten.

Ihm wird vorgeworfen, 1977 eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben. Einer Strafe hatte sich der Regisseur damals durch Flucht entzogen.

Polanski wurde am Freitagmittag in einer Limousine zu seinem Ferienhaus gebracht. Er habe sich verpflichtet, "sein Haus und sein Grundstück zu keiner Zeit zu verlassen", teilte das Bundesamt für Justiz mit. Die Kaution in Höhe von umgerechnet knapp drei Millionen Euro sei überwiesen. Die Ausweispapiere des Oscar-Preisträgers mit französischer und polnischer Staatsbürgerschaft wurden bei der Polizei hinterlegt.

In Gstaad versammelten sich etwa 200 Journalisten, um die Ankunft Polanskis zu beobachten. Sie sahen den Regisseur allerdings nur kurz, als er die Limousine verließ. Im Haus wartete seine Familie. Das Chalet und das Grundstück werden überwacht. Die elektronische Fußfessel sei aktiviert, teilte das Bundesamt für Justiz mit. Verlasse Polanski das Haus oder entferne er seine Fessel, werde Alarm ausgelöst. Sollte Polanski die Auflagen missachten, verfalle seine Kaution an den Schweizer Staat.

In seinem Heim wartet Polanski nun auf den Ausgang seines Auslieferungsverfahrens, das die USA angestrengt haben. Ihm droht dort eine Höchststrafe von zwei Jahren. Gegen seine Auslieferung hat Polanski Einspruch eingelegt. Das Verfahren kann sich noch Wochen hinziehen.

In einem früheren Verfahren in den USA hatte Polanski die Missbrauchsvorwürfe zugegeben. Ende 1978 war er nach Frankreich geflohen, weil er fürchtete, entgegen den Absprachen mit der Justiz zu 50 Jahren Haft verurteilt zu werden.