Schwedens Polizei hat einen 35-jährigen Mann als mutmaßlichen Drahtzieher des Diebstahls von Auschwitz verhaftet. Anders H. sei aufgrund eines von Polen beantragten internationalen Haftbefehls festgenommen worden, teilte Staatsanwältin Agnetha Hilding Qvarnstrom mit. Ihm wird vorgeworfen, die Entwendung des Schriftzugs "Arbeit macht frei“ über dem Eingangstor des ehemaligen Konzentrationslagers initiiert zu haben. Schweden wolle den Mann nach Polen ausliefern, wo ihn ein Gerichtsprozess erwarte, sagte Qvarnstrom. Sie wollte keine Angaben über weitere Einzelheiten oder Hintergründe machen.

Der eiserne Schriftzug über dem Eingangstor des Konzentrationslagers war kurz vor Weihnachten gestohlen und nach zwei Tagen wiedergefunden worden. Die polnischen Behörden hatten wegen des Diebstahls bereits fünf Verdächtige verhaftet. Zwei von ihnen hatten angegeben, der schwedische Ex-Neonaziführer Anders H. habe ihnen den Auftrag gegeben. H. hingegen sagte schwedischen Medien zufolge, er habe den Schriftzug als Mittelsmann entgegennehmen und verkaufen sollen. Stattdessen habe er die Polizei informiert.

In den Konzentrationslagern Auschwitz und Birkenau wurden zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Millionen Menschen auf Geheiß der deutschen Nationalsozialisten ermordet. Die meisten der Opfer waren Juden. Das von den Dieben in drei Teile zersägte Schild wurde wieder zusammengesetzt. Über dem Eingang in das KZ soll jedoch künftig eine Kopie aufgestellt werden.