Derweil berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger, dass die Baustelle an der Station Waidmarkt kaum kontrolliert worden sei. Eine Bauaufsicht habe es dort "faktisch nicht gegeben", sagte der Zeitung zufolge ein Monteur einer Brunnenbaufirma während einer polizeilichen Vernehmung. Sein Vorgesetzter habe die Angaben bestätigt. Die Firma des Mannes aus Thüringen hatte mehrere Brunnen in der Baugrube installiert und gewartet. Ihren Angaben zufolge können sich die Brunnenbauer an keine einzige Überprüfung in der Zeit vor der Katastrophe erinnern.

Das Kölner Stadtarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Probleme mit einströmendem Grundwasser gelten als eine der möglichen Ursachen für die Katastrophe. Die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen unbekannt, da zwei Menschen ums Leben kamen. Am kommenden Montag sollen nach Verzögerungen die Böschungen an der Einsturzstelle mit Spritzbeton befestigt und gesichert werden, um an die letzten fünf bis zehn Prozent der noch nicht geborgenen Archivalien heranzukommen.

Auch an der größten U-Bahn-Baustelle am Heumarkt werden als Folge der Mängel derzeit umfangreiche Sicherungsmaßnahmen getroffen, um die Baugrube vor drohendem Hochwasser zu schützen. Die Anwohner blicken dem Wochenende mit Sorge entgegen, da infolge der Schneeschmelze steigende Pegelstände erwartet werden.