Während des Freitagsgebets hat sich in Marokko ein schweres Unglück ereignet. In der nordöstlich gelegenen Stadt Meknès starben durch den Einsturz eines Minaretts mindestens 36 Menschen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur MAP unter Berufung auf Behördenangaben. Andere Berichte sprechen von bis zu 40 Toten. Rund 70 Menschen seien verletzt worden, heißt es. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Das rund 400 Jahre alte Minarett der Bab-Berdieyinne-Moschee war während des Freitagsgebets eingestürzt und hatte die Gläubigen unter sich begraben. Die Moschee selbst wurde schwer beschädigt, ebenso wie zwei angrenzende Geschäfte. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich etwa 300 Menschen in dem Gotteshaus aufgehalten haben.

Das marokkanische Fernsehen zeigte, wie Hunderte Menschen nach Überlebenden suchten. Mit Schaufeln oder den bloßen Händen gruben sie bis in die Nacht hinein in den Trümmern. Die Bergungsarbeiten wurden dadurch erschwert, dass die Moschee sich in der dicht bebauten Altstadt von Meknès befindet. Räumfahrzeuge und Krankenwagen könnten nicht direkt bis zur Unglücksstelle vorfahren, berichteten Rettungskräfte. Nach den tagelangen Regenfällen drohen zudem weitere Häuser in der unmittelbaren Umgebung einzustürzen. Der marokkanische Innenminister Taib Cherkaoui, und der Minister für religiöse Angelegenheiten, Ahmed Taoufiq, reisten umgehend zur Unglücksstelle.

Die Unglücksursache war zunächst unklar. Marokkanische Medien spekulierten, der heftige Dauerregen der letzten Tage sowie Sturmböen hätten den baufälligen Moscheeturm zum Einsturz gebracht. Der Regen hatte bereits Überschwemmungen mit mehreren Todesopfern verursacht.

Meknès hat rund eine halbe Million Einwohner und befindet sich am Fuße des Atlasgebirges. Die Stadt ist ein wichtiges Handels- und Handwerkszentrum in dem nordafrikanischen Land. Das eingestürzte Minarett war ein Wahrzeichen der Stadt. Der marokkanische König Mohammed VI kündigte an, es werde in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut.