Auf die Bahn in der zweitgrößten russischen Stadt St. Petersburg ist ein Anschlag verübt worden. Ein Sprengsatz explodierte auf den Gleisen in der Nähe des Baltischen Bahnhofs, als eine Lok vorbeifuhr. Der Lokführer wurde schwer verletzt. "Wir gehen von einem Terroranschlag aus. Wir nehmen das Schlimmste an", sagte der Ermittler Anatoli Kwaschnin nach Angaben der Agentur Interfax.

Der neue Anschlag, der den Verkehr der Vorortzüge zeitweilig lahmlegte, zerstörte etwa ein Meter Gleisbett. Der Sprengsatz hatte die Wucht von etwa 200 Gramm TNT. Ein Polizeihund fand den Angaben zufolge das leere Versteck des mutmaßlichen Täters.

Der Zugverkehr am Baltischen Bahnhof in St. Petersburg wurde am späten Morgen wieder aufgenommen. Neben der Polizei untersuchte auch der russische Inlandsgeheimdienst FSB den Vorfall.

Auf das am meisten befahrene Schienennetz des Landes zwischen Moskau und St. Petersburg waren bereits 2007 und 2009 zwei schwere Anschläge auf den Luxuszug Newski Expressverübt worden. Dabei starben nach jüngsten Angaben im November vergangenen Jahres 28 Menschen, 90 Passagiere wurden verletzt. Bei dem Attentat im August 2007 waren etwa 20 Menschen verletzt worden.