Die chilenische Regierung musste einen Zählfehler zugeben. Vize-Innenminister Patricio Rosende sprach von nur noch 279 identifizierten Toten. Zuvor hatte die Regierung die Zahl der Toten noch mit 803 angegeben. In der besonders betroffenen Region Maule waren irrtümlicherweise 271 Vermisste als Tote registriert worden.

Zu den bisher nicht identifizierten Todesopfern wollte sich Rosende nicht äußern. Auch konnte er keine Schätzungen über die Zahl der Vermissten oder Verletzten machen.

Die fehlerhaften Angaben zu den Todeszahlen löste neue Kritik an der Regierung aus. Sie war schon zuvor wegen der fatalen Tsunami- Entwarnung am Tag des Bebens sowie des späten Einsatzes von Truppen gegen Plünderer im Katastrophengebiet und des späten Eintreffens von Hilfsgütern für die Millionen Hilfsbedürftigen angegriffen worden.

Auch der neue Staatspräsident, Sebastián Piñera, der sein Amt kommenden Donnerstag antreten wird, äußerte sich kritisch: "Es ist nicht zu übersehen, dass es Schwachpunkte, mangelnde Koordination und Fehler gibt, die durch die Tragödie (des Erdbebens) offensichtlich geworden sind", sagte der konservative Unternehmer. Die Schäden nur an der Infrastruktur wurden unterdessen auf etwa 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) geschätzt.