Der unter Vergewaltigungsverdacht verhaftete Moderator Jörg Kachelmann will sich seiner Firma meteomedia zufolge juristisch zur Wehr setzten. "Jörg Kachelmann wird wegen falscher Anschuldigung Klage erheben", teilte meteomedia am Montagabend mit. "Mit großem Entsetzen" sei die Verhaftung des Firmen-Gründers zur Kenntnis genommen worden, hieß es in der Erklärung. "Ohne dem Gang der Justiz vorgreifen zu wollen, halten wir es für undenkbar, dass die Anschuldigungen stimmen könnten."

Die Vorwürfe seien ungerechtfertigt. "Selbstverständlich wird Kachelmann gegen die uns unbekannte Anzeigeerstatterin Anzeige erstatten."

Wegen des Verdachts auf Vergewaltigung war gegen den 51-jährigen Haftbefehl erlassen worden. Das hatte die Bundespolizei in Frankfurt am Main mitgeteilt. Seit Samstag sitzt er laut Mannheimer Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft.

Kachelmann soll seine langjährige Freundin Anfang Februar nach einem vorangegangenen Streit in ihrer Wohnung im Rhein-Neckar-Kreis vergewaltigt haben. Noch im selben Monat habe das Opfer Anzeige erstattet. Nachdem sich der Verdacht gegen ihn erhärtet habe, wurde Kachelmann am Samstag auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen.

Der Anwalt des Wetterexperten, Ralf Höcker aus Köln, wies die Anschuldigungen in einer ersten Stellungnahme zurück: "Die Vorwürfe sind falsch und frei erfunden", sagte Höcker der Nachrichtenagentur dpa.

In den neunziger Jahren war der Schweizer Journalist zunächst vom SWR als Weatherman engagiert worden. Seine witzige Art der Wettervorhersage brachte ihm bald eine wachsende Fangemeinde ein. Mit der Zeit machte er sich auch in der Fernsehunterhaltung einen Namen. So war Kachelmann ab 1997 viele Jahre Moderator der MDR-Talkshow Riverboat. Erfolg als Quizmaster mit einer Neuauflage der Show Einer wird gewinnen  blieb jedoch aus.

Mittlerweile produziert Kachelmanns Firma meteomedia unter anderem die Wetterberichte im Anschluss an die Tagesthemen, für das ARD-Morgenmagazin und die TV-Programme von WDR, SWR, MDR, RBB und NDR. Das Unternehmen gehört mit zwischenzeitlich rund 120 Mitarbeitern zu einem der größten privaten Wetterdienstleister in Europa.