Die Kölner Staatsanwaltschaft hat drei Unternehmen durchsucht, die am Pfusch beim U-Bahn-Bau beteiligt sein sollen. Die Kölner Schrott- und Recyclingsfirmen haben möglicherweise die Eisenbügel gekauft, die Arbeiter von U-Bahn-Baustellen gestohlen hatten. "Es hat einen anonymen Hinweis gegeben, den wir ernst genommen haben und dem wir nachgegangen sind", sagte Carolin Breloer, Sprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft.

Sie bestätigte damit einen Bericht des Kölner Stadtanzeiger. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten ein Polier und mehrere Arbeiter einen Großteil der zur Sicherung der Baustelle vorgesehenen Stahlbügel entwendet und verkauft.

Die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) hatten zugegeben, dass sie die Baustellen nicht ausreichend überwacht hatten. Die KVB hätten unter anderem den Einbau der Eisenbügel und die Erstellung der Betonierungsprotokolle nicht gründlich genug kontrolliert, sagte der von den KVB beauftragte Baurechtsanwalt Gero Walter.

Der KVB-Aufsichtsrat teilte zudem mit, dass er sich von Technik-Vorstand Walter Reinarz trennen will. Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) hatte Reinarz am Jahrestag des Stadtarchiv-Einsturzes vergangene Woche öffentlich kritisiert und ihm das Vertrauen entzogen.

Durch Pfusch am Bau der neuen U-Bahn war im März vergangenen Jahres das über dem Tunnel liegende Kölner Stadtarchiv eingestürzt.