Es ist das schlimmste Grubenunglück in den USA seit 1984: Mindestens 25 Bergleute starben nach einer Explosion unter Tage im US-Bundesstaat West Virginia. Zwei Verletzte befinden sich derzeit im Krankenhaus, vier weitere werden noch vermisst. Die Explosion ereignete sich aus noch ungeklärter Ursache am Montagnachmittag auf dem Gelände des Bergwerks rund 48 Kilometer südlich der Stadt Charleston. Mehrere Hubschrauber sowie Dutzende Krankenwagen und Feuerwehrautos waren an dem Unglücksort im Einsatz, um nach den noch vermissten Bergleuten zu suchen. Es sei unklar, ob diese in dem Bergwerk eingeschlossen seien, sagte eine Sprecherin der Sicherheitskräfte. Noch sei es nicht gelungen, die Vermissten unter Tage zu lokalisieren. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass auch sie tot sind.

Laut New York Times mussten erste Rettungsarbeiten am Dienstagmorgen abgebrochen werden, da hohe Methangaswerte die Mine für die Rettungskräfte unpassierbar machten.

Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, am Montag über das Online-Netzwerk Twitter mitteilte, rief Obama nach dem Unglück den Gouverneur des US-Bundesstaates an und übermittelte ihm seine Anteilnahme. Er bot Manchin zudem seine Hilfe an.

Einer der Senatoren des Bundesstaats, Jay Rockefeller, sagte in Washington, seine Gedanken und Gebete seien bei den "mutigen Bergarbeitern" und ihren Familien. Er werde auch selbst mit den Behörden vor Ort zusammenarbeiten, hieß es in einer von seinem Büro verbreiteten Erklärung.

Erst am Wochenende waren wie durch ein Wunder dutzende Bergarbeiter aus einem überschwemmten Bergwerk in China gerettet worden. Insgesamt 153 Bergarbeiter waren am Sonntag vergangener Woche dort durch einen Wassereinbruch eingeschlossen worden, bis Montag konnten 115 gerettet werden.

West Virginia wiederum war 2006 bereits Schauplatz eines schweren Grubenunglücks. Damals waren in der Stadt Tallmansville ebenfalls bei einer Explosion zwölf Bergleute ums Leben gekommen.