Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, haben sich die Austrittszahlen im März und April vielerorts stark erhöht, teils sogar vervielfacht. Das zeigen Recherchen in den Bistümern sowie bei Standesämtern und Amtsgerichten in verschiedenen Großstädten.

Besonders groß ist demnach der Anstieg in den katholisch geprägten Regionen im Süden Deutschlands. In Bayern nahmen im März die Austritte im Bistum Bamberg von sonst durchschnittlich 200 bis 300 pro Monat auf etwa 1400 Gläubige zu. Ebenfalls im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Austritte in Würzburg von 407 auf 1233.

Regensburg hatte laut FR in den ersten Monaten dieses Jahres jeweils etwa 40 Austritte beider Konfessionen zu verzeichnen. Im März, als sich Missbrauchsopfer der Regensburger Domspatzen meldeten, haben 193 Katholiken ihre Kirche offiziell verlassen. Im gesamten Bistum Augsburg, dessen Bischof Mixa wegen Misshandlungsvorwürfen diese Woche seinen Rücktritt angeboten hatte, gab es seit Jahresbeginn 4300 Austritte.

Im Bistum Rottenburg-Stuttgart in Baden-Württemberg stiegen die Austritte von durchschnittlich 1400 monatlich im März auf 2676, in Freiburg von 1058 auf 2711.

Im Bistum Osnabrück verließen bisher monatlich durchschnittlich 200 Kirchenmitglieder die Kirche, im noch laufenden Monat April sind es schon doppelt so viele. In der Domstadt Köln haben sich laut Amtsgericht die Kirchenaustritte der Katholiken vom März 2009 zum März 2010 verdoppelt.

In Berlin verdreifachte sich laut Angaben des Standesamts Berlin-Mitte die Zahl der Austritte im Stadtgebiet. Im gesamten Bistum Berlin selbst wurden allerdings keine erhöhten Kirchenaustritte registriert.