Mit einer Demutsgeste hat der umstrittene Augsburger Bischof Walter Mixa die Priester seines Bistums zu besänftigen versucht. In einer außerordentlichen Versammlung des Priesterrats seiner Diözese erklärte Mixa nach Angaben des Augsburger Ordinariats, es tue ihm im Herzen weh und leid, dass er vielen Menschen Kummer bereitet habe: "Ich bitte um Verzeihung."

Bernhard Ehler, der Sprecher des Priesterrates, sagte: "Mixa hat eingesehen, dass die Dinge schief gelaufen sind." Das Bistum befinde sich in einer schwierigen Situation, der Bischof sei in der Schusslinie. In der "vertrauensvollen Aussprache" mit den 35 Priestern des Bistums des Rates seien die gegen Mixa erhobenen Vorwürfe eindringlich und offen erörtert worden. Dabei hätten die Seelsorger dem Bischof von großer Sorge um die Glaubwürdigkeit der Kirche bei den Gläubigen berichtet.

Gemeinsam mit dem Bischof sollen die erhobenen Vorwürfe "lückenlos aufgearbeitet werden". Jetzt müsse wieder Vertrauen durch Offenheit und Wahrhaftigkeit gewonnen werden, sagte Ehler. "Wir können nicht darauf warten, dass die Sache einschläft."

Dem Bischof sei offenbar lange Zeit nicht klar gewesen, dass aus einem "kleinen Feuer" ein Flächenbrand entstanden sei. Mixa, der auch deutscher Militärbischof ist, habe versichert, sich an der Aufklärung zu beteiligen. Er habe inzwischen eine Münchner Rechtsanwaltskanzlei beauftragt, vor allem die Vorwürfe gegen ihn zu prüfen, er habe als Stadtpfarrer hohe Summen Stiftungsgeld satzungswidrig verwendet.

Zusätzlich stehen immer noch acht eidesstattliche Erklärungen im Raum, in denen ehemalige Heimkinder und Zöglinge dem Bischof in dessen Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975-1996) massive Prügelattacken vorwerfen. Mixa hatte zunächst alle Vorwürfe körperlicher Übergriffe auf Kinder "reinen Herzens" zurückgewiesen, nach zwei Wochen aber eingeräumt, nicht ausschließen zu können, Ohrfeigen ausgeteilt zu haben.

Zwei ehemalige Heimkinder kündigten in der Augsburger Allgemeinen vom Mittwoch an, bei der Aufarbeitung der Vorwürfe gegen Mixa mit dem Beauftragten der Waisenhausstiftung Schrobenhausen, Sebastian Knott, zusammenzuarbeiten. Monika Bernhard und Hildegard Sedlmair beschuldigen Mixa dem Bericht zufolge, er habe sie als Heimkinder in seiner Zeit als Schrobenhausener Stadtpfarrer geohrfeigt und mit der Faust auf den Oberarm geschlagen.

Ein weiter bestehendes Gesprächsangebot Mixas schlugen Bernhard und Sedlmair erneut aus. Bernhard sagte zu Mixas Entschuldigung: "Er will sich retten und im Amt bleiben."

Die Vorwürfe massiver körperlicher Gewalt wies Mixa nach wie vor als unzutreffend zurück. Mehrere Politiker der Grünen und der SPD hatten am Wochenende seine Absetzung gefordert.