Vielen Großstädtern dürfte es ähnlich gehen wie Alexandra Klobouk, der Grafik-Design-Studentin aus Berlin. Sie leben mitten unter Türken. Besser gesagt, sie leben einfach neben ihnen her, ohne sie zu kennen. Manchmal gibt es einen tollen Film von Fatih Akin. Dann glauben sie, ein wenig mehr verstanden zu haben vom Leben der Türken und den Konflikten der Deutschtürken. Doch der türkische Gemüsehändler an der Ecke bleibt so fremd wie eh und je.

Alexandra Kobouk studiert visuelle Kommunikation an der der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Ihr Buch "Istanbul, mit scharfe Soße?" entstand im Rahmen eines Semesterprojekts. Bis zum Erscheinen im Buchhandel kann man es auf der Website der Zeichnerin bestellen

Alexandra Klobouk schreibt im Vorwort ihres Buches: "Mein türkischer Gemüsehändler war zufälliger Weise ein ziemlich unsympathischer, unfreundlicher Typ (...) In der U-Bahn begegnete ich von Zeit zu Zeit halbstarken türkischen Jungs. (...) Urlaub in der Türkei war in meiner Vorstellung Pauschaltourismus in Hotelburgen an Betonstränden. Sonntags im Tatort wurde mit schöner Regelmäßigkeit ein Fall über mangelnde Integration und Zwangsheirat behandelt und im Spiegel las ich über Ehrenmorde an jungen Frauen, die ihre Unabhängigkeit gesucht hatten."

Oft belässt man es bei diesen Bildern, die von Kopftüchern, Machos und Ehrenmorden handeln. Klobouk ging jedoch ein Jahr nach Istanbul, um dort zu studieren und kam wieder mit entzückenden Zeichnungen über das dortige Leben. Sie erklärt gar nichts, wertet nicht, bringt uns aber die Türken nahe – in lauter liebenswerten Details aus ihrem Alltag, über die Sprache, das Essen, den Tee und die Gastfreundschaft.