Die Kirche habe den Missbrauchsopfern in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig geholfen, sagte der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch in einer zum Karfreitag verbreiteten Erklärung seiner Diözese. Dies sei eine der wesentlichen Erkenntnisse nach Bekanntwerden zahlreicher Missbrauchsfälle. In vielen Diözesen hatten kirchliche Würdenträger sich an Schutzbefohlenen vergangen. Die Vorfälle liegen teils Jahrzehnte zurück. Die Kirchenleitung vermied danach eine öffentliche Aufklärung. Vorwürfe auch gegen den Vatikan wurden laut.

Zollitsch, der Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, begründete das frühere Verhalten der Kirche unter anderem mit dem damaligen gesellschaftlichen Umfeld.

Die Kirche räume diesen Fehler ein und stelle sich ihm. Zukünftig gelte das Hauptaugenmerk der Kirche den Opfern. Es werde ihnen mehr Gehör geschenkt, unter anderem durch eine bundesweit geschaltete Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer.

"Heute wird uns bewusst, dass in einer anderen gesellschaftlichen Situation durch die Enttäuschung über das schmerzliche Versagen der Täter und aus falsch verstandener Sorge um das Ansehen der Kirche der helfende Blick für die Opfer nicht genügend gegeben war", heißt es in der schriftlich verbreiteten Erklärung. "Auch das ist eine leidvolle Realität, der wir uns zu stellen haben."

Zollitsch bedauerte, viele Wunden seien kaum mehr zu heilen. "Umso mehr gelten unser Hauptaugenmerk, unser Mitgefühl und alle unsere mögliche Unterstützung den Opfern."

Die Nachrichten über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Mitarbeiter der Kirche erfüllten die Kirche mit Trauer, Entsetzen und Scham. "Es erschüttert uns, welches Leid den Opfern zugefügt wurde, die oft über Jahrzehnte hinweg ihre Verletzungen nicht in Worte fassen konnten." Zu Vertuschungsvorwürfen gegenüber der Kirche äußerte sich Zollitsch nicht.