New Yorks Polizei hat Videoaufnahmen gesichtet und konzentriert die Ermittlungen nach dem fehlgeschlagenen Bombenattentat am Times Square auf einen Mann. "Er geht die Gasse herunter, guckt sich um, zieht sein dunkles Hemd aus, steckt es in eine Tasche und schaut sich wieder um", beschrieb Polizeichef Ray Kelly die Videoaufnahme vom Samstagabend.

Von dem Mann existiere möglicherweise auch eine Nahaufnahme, die ein Tourist auf dem Times Square aufgenommen habe, sagte Kelly weiter.

Die Polizei bemüht sich intensiv, über Hinweise am Fahrzeug den oder die Täter zu ermitteln. Die Fahrgestellnummer des Geländewagens sei am Armaturenbrett unkenntlich gemacht gewesen, hieß es. Die Polizei habe sie aber an anderer Stelle gefunden. Mittlerweile kennt sie den Namen des Halters, hält ihn aber geheim. Seine Beamten seien auf dem Weg in einen kleinen Ort in Pennsylvania, um weitere Informationen über den Verdächtigen einzuholen, sagte Kelly.

Unterdessen ergaben Untersuchungen, dass es sich bei dem in dem Nissan-Geländewagen gefundenen Pulver um nicht-explosiven Dünger handelte. Dennoch hätte die Bombe einen "beträchtlichen Feuerball" erzeugen und Menschenleben bedrohen können, sagte der Polizeichef.

Nicht bewahrheitet haben sich nach Angaben des Polizeichefs erste Hinweise, dass eine internationale Terror-Organisation hinter der Autobombe stecken könnte. Eine pakistanische Talibangruppe hatte sich in einem Internetvideo zu dem Anschlag bekannt und ihn als Vergeltung für den Tod zweier Islamistenführer Mitte April bezeichnet.

Das auf die Beobachtung terroristischer Aktivitäten spezialisierte IntelCenter meldete jedoch Bedenken an: Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Anschlag wirklich innerhalb so kurzer Zeit nach dem Tod der Islamistenführer geplant und umgesetzt wurde, hieß es. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hält auch eine Täterschaft von al-Qaida für unwahrscheinlich. Es gebe bislang keinen Hinweis für einen solchen islamistischen Hintergrund, sagte er.

Der Täter hatte am Samstagabend gegen 18.30 Uhr Ortszeit einen Geländewagen mit laufendem Motor am Times Square abgestellt und das Weite gesucht. Die Bombe in dem Fahrzeug hatte er offensichtlich gezündet, aber nicht zur Explosion gebracht. "Wir haben großes Glück, dass sie nicht in die Luft gegangen ist", sagte Kelly.

Als sie das Auto durchsuchten, fanden Experten der Polizei eine Sprengvorrichtung mit drei Propangasflaschen, zwei Benzinkanistern von je 20 Liter Fassungsvermögen, Feuerwerkskörper, Drähte und Batterien.

Die Sprengvorrichtung bestand laut Kelly aus Materialien, "die überall zu bekommen sind". Ein Behälter mit den Feuerwerkskörpern war seiner Beschreibung nach an zwei Wecker angeschlossen.