Der britische Energiekonzern BP kommt bei seinem neuen Versuch zur Abdichtung des Öl-Lecks im Golf von Mexiko nach eigener Einschätzung voran. Auf den Videobildern sehe es so aus, als ob nur noch Bohrschlamm und kein Öl mehr aus dem beschädigten Bohrloch ausströme, sagte BP-Einsatzleiter Doug Suttles auf einer Pressekonferenz in Louisiana. 

Gewissheit habe man aber noch nicht, da das ausströmende Material nicht aufgefangen werden könne. "Wir wissen erst, dass wir erfolgreich waren, wenn nichts mehr fließt", sagte der BP-Manager rund sechs Stunden nach Beginn des jüngsten Versuchs, das Öl-Leck zu schließen. Konzernchef Tony Hayward hatte kurz zuvor erklärt, bislang funktioniere alles nach Plan. Ob das sogenannte Top-Kill -Verfahren erfolgreich sei, werde sich aber erst in den nächsten 24 Stunden (Donnerstagabend MEZ) herausstellen, fügte er hinzu. Die Erfolgschancen stünden weiter bei 60 bis 70 Prozent. Sollte die Operation fehlschlagen, gebe es weitere Optionen, den Ölfluss zu stoppen. Dazu zähle, am Bohrloch ein weiteres Sicherheitsventil auf dem bereits existierende zu installieren.



Seit Mittwoch wird mit Hilfe von Unterwasser-Robotern schwerer Schlamm unter Hochdruck in das Bohrloch in 1600 Meter Tiefe gepumpt. Anschließend soll es dann mit Zement versiegelt werden. Der Ölmulti war bei seinen Versuchen, das Bohrloch zu schließen, immer wieder gescheitert. Unter anderem sollte eine riesige Metallglocke die Quelle versiegeln, aus der seit der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon vor fünf Wochen täglich Hunderttausende Liter Öl ausströmen. Im US-Bundesstaat Louisiana sind inzwischen über 160 Kilometer Küste von einem Ölfilm überzogen.