Ungünstige Wetterbedingungen erschweren weiterhin die Versuche, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einzudämmen. Einsatzkräfte konnten wegen des schlechten Wetters die Sperren, die das Öl von der US-Küste fernhalten sollen, zunächst nicht aufs Meer bringen. Bei rund 800.000 Litern Öl, die aus den Lecks der gesunkenen Bohrinsel Deepwater Horizon täglich ins Meer laufen, ist Zeit das große Problem. US-Präsident Barack Obama wollte sich nach Kritik am Krisenmanagement der Regierung am Nachmittag vor Ort ein Bild von der Lage machen.

"Mutter Natur ist nicht wirklich freundlich", sagte Heimatschutzministerin Janet Napolitano . Wegen der widrigen Wetterbedingungen könne das Öl derzeit nicht auf dem Meer abgebrannt oder abgeschöpft werden. Flugzeuge, die Chemikalien zur Zersetzung des Öls abwerfen sollten, mussten ebenfalls am Boden bleiben. "Wir haben starken Wind und hohe Wellen. Das sind schwierige Bedingungen", sagte der Sprecher der US-Fischereibehörde, Tom McKenzie.

Der Einsatz von Chemikalien, die das Öl im Wasser lösen sollen, ist ohnehin umstritten. "Diese Chemikalien sind eine ähnliche Bedrohung für das Leben im Meer wie das Öl selbst", sagte die Meeresbiologin Riki Ott dem US-Sender CNN . Der Konzern BP wolle diese Chemikalien nur einsetzen, um "um jeden Preis zu verhindern, dass das Öl an Land gespült wird", sagte Ott.

Am Sonntag wurde aufgrund des ungünstigen Windes deutlich mehr Öl an der Küste erwartet. Der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal, erklärte, die Ölpest bedrohe nicht nur die Umwelt und die Fischerei des Bundesstaates, sondern auch "unsere Lebensweise".

 Mehrere Bundesstaaten im Süden des Landes bereiten sich mittlerweile auf eine der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte der USA vor. Nach Berechnungen der Meeresbehörden könnte der Ölteppich über das Wochenende die Küsten Mississippis und Alabamas erreichen, am Montag dann auch die Küste West-Floridas. Nach den Bundesstaaten Louisiana und Florida riefen auch Alabama und Mississippi den Notstand aus.