Die Geiselnahme in einem Modegeschäft in der Leipziger Innenstadt ist unblutig zu Ende gegangen. Der bewaffnete Mann gab dreieinhalb Stunden nach Beginn seines Überfalls auf und ließ die verbliebenen Geiseln frei. Die Polizei vermutet gesundheitliche Probleme hinter dem Motiv des Täters.

Kurz nach 12.30 Uhr war bei der Polizei ein Notruf eingegangen. H&M-Kunden hatten Alarm geschlagen: Im ersten Stock einer Filiale der Modekette H&M hatte ein Mann mehrere Geiseln in seine Gewalt gebracht. Er war mit einer Pistole bewaffnet. Unklar blieb, ob es sich dabei um eine Schreckschusspistole oder eine echte Waffe handelte.

Nach einer Stunde ließ der 41-Jährige einige Geiseln frei. "Die waren völlig verstört, fertig und weinten", sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau. Sie würden nun betreut und von Experten befragt.

Der Mann hatte keine Forderungen gestellt. Experten des Landeskriminalamtes (LKA) gelang es dann, Kontakt zum Täter aufzunehmen.

Kurz nach dem Notruf wurde die Fußgängerzone zwischen Thomaskirche, Markt und Neuem Rathaus und weitere Teile der Leipziger Innenstadt abgesperrt. Insgesamt waren etwa 70 Geschäfte betroffen. Die Inhaber wurden aufgefordert, die Läden dicht zu machen und sich einzuschließen. Das Karstadt-Kaufhaus verriegelte seine Eingänge. Auch Tiefgaragen wurden für die Öffentlichkeit gesperrt.

In der Nähe des Gebäudes patrouillierten mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten. Auch mehrere Krankenwagen waren vor Ort.