Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin und SPD-Politiker provozierte schon oft. Mal äußerte er sich über "Kopftuchmädchen" und übel riechende Beamte. Ein andermal liefen ihm zu viele Menschen in Trainingsanzügen auf der Straße herum. Ein Kreisverband seiner Partei betrieb deshalb zuletzt ein Parteiausschlussverfahren – das jedoch scheiterte.

Nun hat sich Sarrazin erneut zu Wort gemeldet. Auf einer Tagung der Unternehmerverbände Südhessen sagte er: "Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer." Zuwanderer "aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika" wiesen weniger Bildung auf als Migranten aus anderen Ländern.

Einwanderer bekämen zudem mehr Kinder als Deutsche. Es gebe "eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz", sagte der Bundesbank-Vorstand. Intelligenz werde von Eltern an Kinder weitergegeben, der Erbanteil liege bei fast 80 Prozent.

Nach einem umstrittenen Interview im vergangenen Herbst, in dem er Türken und Arabern polemisch vorgeworfen hatte, sich der Integration zu verschließen, hatte sich die Bundesbank öffentlich distanziert und Sarrazin Kompetenzen im Vorstand genommen.