Wenige Stunden nach dem Gedenkgottesdienst für die Opfer der Loveparade startete in Duisburg ein Trauermarsch. Etwa 2000 Menschen folgten einem Aufruf im Internet "Rest in Peace – Trauerzug Loveparade".

Die Trauernden ließen weiße und schwarze Luftballons in den Himmel steigen. Der Trauerzug sollte zunächst zu einem Park in der Nähe des alten Güterbahnhofs ziehen. Dort war eine Gedenkminute geplant. Anschließend können kleine Gruppen bis in die Nähe der Unglücksstelle zum Zugangstunnel des Geländes ziehen. Dort liegen bereits Hunderte Kerzen und Kränze.

Eine Woche nach der Tragödie hatten Angehörige, Freunde und Rettungskräfte Abschied von den Opfern genommen. Auch Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel waren Gäste eines live im Fernsehen übertragenen Trauergottesdienstes . Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) versprach Aufklärung, wer für die Massenpanik mit 21 Toten die Verantwortung trägt. Von den mehr als 500 Verletzten liegen noch immer 25 im Krankenhaus.

Kraft sagte vor den 500 Trauergästen in der Salvatorkirche: "Uns alle lässt das Geschehen nicht los." Tausende verfolgten die einstündige Übertragung des Gottesdienstes in zwölf Kirchen und im Fußballstadion des MSV Duisburg. Dort fanden sich statt der erwarteten Zehntausenden nur rund 1500 Besucher zusammen. Auf dem Rasen lag ein schwarzes Holzkreuz, auf dem Kerzen brannten. "Wir kamen in Freude, Liebe und Vertrauen. Jetzt sind wir tot, verletzt und traumatisiert. Musste das sein?", hieß es auf einem Transparent.

Familien und Freunde konnten nach dem Gottesdienst – abgeschirmt von der Öffentlichkeit – an der Unglücksstelle um ihre Toten trauern. Vor der Fußballpartie Schalke 04 gegen den Hamburger SV im nahen Gelsenkirchen legten Spieler und die 50.000 Zuschauer eine Gedenkminute ein.