Sie fordern die "politische Verantwortung" für die 21 Toten bei der Loveparade , sie verlangen die Abwahl von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) und die Abberufung von zwei seiner Dezernenten: Etwa 10.000 Menschen haben sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt. Sie alle sind der Meinung, dass die Stadtführung im Vorfeld der Veranstaltung gravierende Sicherheitsmängel nicht beachtet haben. Die drei hätten nichts unternommen, um die Veranstaltung zu untersagen.

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Die Listen wurden Vertretern der Stadt im Rathaus übergeben. Die Organisatoren werten die Aktion als sogenannten Einwohnerantrag nach der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen. Initiator Werner Hüsken geht davon aus, dass der Rat sich in der Loveparade-Sondersitzung am 6. September auch mit diesem Antrag beschäftigen wird. Nach Angaben eines Stadtsprechers wird der Rat den Antrag nun prüfen und über die Zulässigkeit entscheiden.

Erwartet wird, dass sich der Rat in der Sitzung ohnehin mit einer Abwahl Sauerlands beschäftigen wird. Ob der Rat dabei den Einwohnerantrag annehmen wird, ist fraglich, da bereits Paragraph 66 der Gemeindeordnung die Abwahl regelt.

Damit das Verfahren eingeleitet wird, muss einem entsprechenden Antrag zunächst die Hälfte der Ratsmitglieder zustimmen. In einem zweiten Schritt müssen dann zwei Drittel des Rates zustimmen. Akzeptiert der Bürgermeister das Ergebnis, ist er abgewählt. Akzeptiert er nicht, entscheiden die Bürger.