Nach der Versorgung mit einer verunreinigten Infusion sind in der Mainzer Universitätsklinik zwei Säuglinge gestorben. Neun weitere Kinder hatten die durch Bakterien verunreinigte Infusionslösung ebenfalls bekommen, wie die Universitätsmedizin Mainz mitteilte. Fünf von ihnen befanden sich am Sonntag in kritischem Zustand, bei zwei Kindern sei dieser "sogar sehr kritisch", sagte der Oberarzt der Kinderintensivstation Ralf-Gunter Huth. Die Ärzte fürchten, dass diese beiden nicht überleben könnten: "Dort befürchten wir Schlimmes", sagte Huth. Bei der Infusion handelte es sich den Angaben zufolge um Ernährungslösungen. Diese werden aus Komponenten externer Hersteller in der Apotheke der Universitätsmedizin Mainz für jeden Patienten individuell hergestellt, wie es weiter hieß.

Die beiden am Samstag gestorbenen Säuglinge befanden sich wegen Herzfehlern auf der Intensivstation, als sie die Infusionslösungen erhielten. Die Infusionslösungen waren durch Enterobacter -Bakterien verunreinigt, sagte Huth. Noch sei unklar, um welche der 14 Unterarten des Bakteriums es sich handele. Enterobacter- Arten kommen vor allem im menschlichen Darm vor. Es gelte als wahrscheinlich, dass die Flüssignahrung bei der Herstellung in der Uniklinik verunreinigt wurde. Die Säuglinge, die gestorben sind, waren zwei und acht Monate alt. Bei dem zwei Monate alten Baby handelte es sich um eine Frühgeburt.

"Wir sind schockiert über die aktuellen Ereignisse", sagte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Norbert Pfeiffer. Alle zuständigen Behörden seien unverzüglich informiert und eingebunden worden. Auch die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) hat sich bestürzt über den Tod der Säuglinge gezeigt. Die genauen Umstände "dieser tragischen Ereignisse" müssten lückenlos aufgeklärt werden, sagte Ahnen, die Aufsichtsratsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz ist, laut Mitteilung.

Bei der täglichen Überprüfung der Infusionen sei deren Verkeimung festgestellt worden. Sofort sei die Nutzung der Herstellungssysteme und Lösungen gestoppt worden, hieß es. Alle Infusionen seien durch Präparate anderer Hersteller ersetzt worden.