Im abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht an der Elbe hat es erneut einen Defekt gegeben. Wie der Betreiber Vattenfall und die Atomaufsicht in Kiel mitteilten, ließ sich bei einer Umschaltung von Nebenkühlwasserpumpen am Mittwoch eine der vier Pumpen nicht einschalten, da ein Schalter versagt habe. Inzwischen sei der Schalter ausgetauscht, das Gerät funktioniere wieder. Zur Aufklärung des Falls seien Sachverständige eingeschaltet worden.

Über die Pumpen des Nebenkühlwasserkreislaufs werden den Angaben zufolge auch sicherheitstechnisch wichtige Komponenten der Reaktoranlage versorgt. Im abgeschalteten Zustand reiche allerdings eine einzige Pumpe für den Betrieb aus. "Die Kühlwasserversorgung war durch die drei weiteren Kühlwasserpumpen gewährleistet", teilte der Mitbetreiber Vattenfall mit. Krümmel gehört je zur Hälfte den großen Energiekonzernen Vattenfall und E.on . Nach einem Transformatorenbrand im Jahr 2007 steht das Kraftwerk fast durchgängig still.

Der Pumpenausfall wurde der Atomaufsicht fristgemäß innerhalb von fünf Tagen gemeldet, wie das Justizministerium mitteilte. Nach der amtlichen deutschen Skala handelte es sich um ein meldepflichtiges Ereignis der sogenannten Kategorie N (Normal). Der Defekt liege aber unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Atomkraftwerken (Stufe 0).