In Teilen des von Hochwasser bedrohten Ostsachsens ist der Katastrophenalarm wieder aufgehoben. Mittlerweile hat der Regen aufgehört, das Wasser kann über Bäche und Flüsse nach Norden abfließen. Das Lagezentrum schloss einen weiteren Anstieg der Pegel nicht aus. Die Behörden rechneten mit weiterem Regen. Das Problem: Die Flächen sind bereits gesättigt und können kein weiteres Wasser mehr aufnehmen.

Nach Prognosen des Landesamtes für Umwelt und Geologie sollen sogar noch bis Mittwoch früh im Freistaat zusätzlich 50 bis 80, stellenweise sogar bis 100 Liter pro Quadratmeter niedergehen.

Die Pegelstände der Lausitzer Neiße, des Schwarzen und Weißen Schöps waren innerhalb weniger Stunden stärker als bereits erwartet gestiegen. Der Landkreis Görlitz hatte deshalb gegen Mitternacht für das gesamte Kreisgebiet den Katastrophenalarm ausgelöst. Der Kreis Meißen folgte wenige Stunden später. Hier gilt für die Anlieger des Flusses Großer Röder höchste Alarmbereitschaft. Die Feuerwehren kontrollieren die Brücken und halten sie von Treibgut frei, um Schäden zu vermeiden.

In Teilen Sachsens waren von Montag bis Dienstag bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, Meteorologen hatten vor bis zu 100 Litern gewarnt. Noch immer sind zahlreiche Straßen überflutet und gesperrt. Feuerwehren pumpten viele überflutete Keller aus und sperrten unpassierbare Fahrwege. Züge und Busse fuhren mancherorts nicht. Mit Sandsäcken verstärkten Fluthelfer die Dämme und Deiche, die Ämter verstärkten ihre Kontrollen. Besonders betroffen sind erneut die Städte Zittau und Görlitz – wie beim vergangenen Hochwasser Anfang August .

Dennoch halten die zuständigen Behörden die Lage für nicht vergleichbar. Im Gegensatz zu dem Hochwasser von vor sieben Wochen, das in dem Freistaat einen Schaden von rund 800 Millionen Euro verursacht hatte, sei man nun sehr gut vorbereitet.

Das Wasser bahnte sich derweil seinen Weg nach Brandenburg, wo erste Keller, Straßen und Felder überflutet wurden. Helfer verstärkten die Deiche wie schon im Sommer mit Sandsäcken. Zwischen dem Fläming und der sächsischen Oberlausitz fielen in den vergangenen drei Tagen teils mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Feuerwehr in Südbrandenburg musste seit Montag zu etwa 200 Einsätzen gegen das Wasser ausrücken, wie ein Sprecher der Leitstelle Lausitz in Cottbus sagte. Bauern holten bei Forst und Elsterwerda ihr Vieh von überschwemmten Weiden.