Die von Missbrauchsfällen erschütterte Odenwaldschule will den Opfern Entschädigung zahlen. Die etwa 50 Opfer sexuellen Missbrauchs sollten insgesamt mindestens 100.000 Euro bekommen. Das Geld soll noch im Laufe des Jahres dem von Opfern gegründeten Verein Glasbrechen überwiesen werden. "Da wird konkret etwas passieren", sagte der Vorsitzende der Schule, Michael Frenzel, der Frankfurter Rundschau .

Die Missbrauchsfälle an der reformpädagogisch orientierten Schule im hessischen Odenwald waren Anfang März bekannt geworden. Berichten zufolge gab es bis vor wenigen Jahren Übergriffe auf Schüler. Daneben war in ganz Deutschland eine beispiellose Welle von Missbrauchsfällen vor allem in katholischen Einrichtungen bekannt geworden.

Die Kirche will ihre Opfer ebenfalls finanziell entschädigen, allerdings nicht mit einem Pauschalbetrag, sondern individuell, je nach Schwere des Falls . Am kommenden Donnerstag soll darüber am Runden Tisch zum sexuellen Kindesmissbrauch, den die Bundesregierung initiiert hatte, diskutiert werden.

Zuvor hatte der Jesuitenorden als erste Gemeinschaft der katholischen Kirche eine finanzielle Entschädigung der Missbrauchsopfer angekündigt – unabhängig von den deutschen Bischöfen. Die Summe soll im vierstelligen Bereich liegen . Nach Angaben des obersten Ordensvertreters diskutiere man, pauschal und einmalig 5000 Euro anzubieten. Dies sei aber "noch nicht entschieden".

Im Januar war bekannt geworden, dass Jesuitenpatres an mehreren vom Orden getragenen Schulen in den achtziger Jahren Schüler sexuell missbraucht hatten. Bislang haben sich 200 Opfer gemeldet.