Das Unglück geschah gegen Mitternacht: Auf der Ostsee-Fähre Lisco Gloria brach nach einer Explosion ein Feuer aus. Alle 249 Menschen, die an Bord des Schiffes waren, konnten jedoch in Sicherheit und mit einer anderen Fähre nach Kiel gebracht werden. Das Schiff ist manövrierunfähig und brennt nach wie vor. Inzwischen treibt es nicht mehr auf dem Meer, da es zwei deutschen Spezialisten gelangt, an Bord zu gehen und zwei Seemeilen südlich der dänischen Insel Langeland die Anker zu werfen.

Allerdings hat sich an Bord erneut eine Explosion ereignet. Wie der dänische Seenotrettungsdienst SOK mitteilte, hat dies den Brand auf dem Schiff erneut verstärkt. Die Lisco Gloria habe 15 Grad Schlagseite. Wegen der 200 Tonnen Dieselöl an Bord wurde das dänische Umweltschiff Marie Miljø herbeigerufen, um eine Ölpest zu verhindern.

Wie eine Sprecherin des Havariekommandos Cuxhaven mitteilte, sind zwölf Hilfsschiffe im Einsatz, darunter ein Feuerwehr- und zwei Gewässerschutzschiffe, zwei Notschlepper und mehrere Seenotrettungskreuzer. Gelöscht werden kann das Feuer nach Einschätzung von Fachleuten derzeit aber nicht. "Wir sind dabei, die Außenhaut des Schiffes zu kühlen", sagte der Sprecher des Havariekommandos, Wolfgang Harlos. Damit soll der Untergang des Schiffes verhindert werden. Wenn immer mehr Löschwasser in die Fähre gepumpt würde, könnte sie kentern.

Das Unglück ereignete sich sechs Seemeilen – etwa elf Kilometer – nördlich der Insel Fehmarn. Dort kam es zu einer Explosion auf dem Oberdeck der Lisco Gloria . Das Schiff sei von Kiel nach Klaipeda in Litauen unterwegs gewesen, teilte das Havariekommando Cuxhaven mit. Bei dem havarierten Schiff handelt es sich um eine 200 Meter lange Auto- und Personenfähre, die unter litauischer Flagge fährt.

Die Geretteten sind unterdessen in Kiel eingetroffen. Sie verließen am Samstagvormittag das Fährschiff Deutschland , das die Passagiere und Besatzungsmitglieder aufgenommen hatte. Ärzte und Betreuer kümmerten sich im Marinestützpunkt um die Passagiere, unter denen auch kleine Kinder sind. Die Feuerwehr in Kiel sprach von etwa 20 Leichtverletzten, die Rauchgas eingeatmet hatten. Zwei Verletzte waren zuvor von dänischen und deutschen Marinehubschraubern bereits in Krankenhäuser nach Kiel geflogen worden, berichtete die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Das Innenministerium in Schleswig-Holstein geht von einem Unglück als Ursache für den Brand aus. "Eine vorsätzliche Straftat oder ein Terroranschlag sind auszuschließen", sagte der Leiter des Lagezentrums des Innenministeriums, Joachim Gutt. Sehr viel spreche für eine technische Ursache auf einem der transportierten Lastwagen.

An Bord der Lisco Gloria waren nach Angaben des Innenministeriums 20 Deutsche. Die anderen Passagiere stammen aus Dänemark, Litauen, Lettland, Argentinien und Russland. Die Besatzung kommt nach Angaben der Reederei aus Litauen. An Bord reiste auch eine Schulklasse aus Lettland mit.

Für Angehörige der Passagiere hat das Havariekommando ein Informationstelefon geschaltet. Auskunft gibt es unter der Nummer 0431-160 666.